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Ausgabe: 28. April 2022

Georg Fraisl

Jetzt wird’s schwarz um Schwarzgrün

Die Lizenz von Wacker ist futsch: War das auch das Ende des Klubs?

Dienstagabend im Tivolistadion: Im Stadioninneren geht’s hoch her, die WSG Tirol feiert mit dem 4:0 gegen den LASK einen denkwürdigen Abend. „Da gibt’s a Fescht – und bei die Oan geh’n die Lichter aus.“
Die „Oan“ hatten gestern ihr „Entscheidungsspiel“. Wacker Innsbrucks Lizenz-Antrag wurde in erster Instanz abgelehnt, gestern wies der Senat 5 der Bundesliga den Protest ab. Damit sind die Schwarzgrünen ihren Profi-Status los. Ein Tiefschlag für den ganzen Tiroler Fußball.

WIE GEHT’S WEITER? Wacker kann nun das Ständig Neutrale Schiedsgericht anrufen, das seine Entscheidung Mitte Mai fällen wird. Allerdings dürfen keine Unterlagen mehr nachgereicht werden. Auch ein plötzlicher Geldregen in Innsbruck hilft da nichts mehr. Der Lizenzentzug gilt somit als so gut wie fix. Und damit wohl auch der Konkurs der Wacker-Gesmbh, der Profi-Abteilung des Vereins.

KOMMT DER KONKURS? Ein Konkurs der GesmbH wird für wahrscheinlich gehalten. Hier wird die Überschuldung bis Ende Juni 1,912 Millionen Euro betragen – dieses Loch scheint nicht mehr zu stopfen zu sein. Der Verein Wacker Innsbruck wird mit Ende des Geschäftsjahres ein Minus von 970.000 Euro aufweisen. Hier hoffen viele auf eine Rettung. Möglicherweise doch die Investoren: Die Verträge mit Matthias Siems, Mikail Ponomarew & Thomas Kienle existieren, eigentlich müsste Geld an den Verein fließen. Die Frage ist, ob dieses Geld als Haben im Insolvenzfall anerkannt wird.

WO SPIELT WACKER? Vorbehaltlich der Entscheidung des Ständig Neutralen Schiedsgerichts hängt alles vom „Überleben“ von Wacker als Verein ab. Gibt’s den Klub weiter, ist ein Platz in der Regionalliga (Wacker Amateure) möglich, ein Dasein in der Bezirksliga West (Wacker Juniors) fix. Bei den Amateuren sind aber (auch) Spieler mit Jung-Profi-Verträgen im Einsatz – die wiederum Teil der GesmbH sind. Bei Konkurs des Vereins muss Wacker in der 2. Klasse neu starten.

WARUM ZAHLEN DIE INVESTOREN NICHT? Mit Siems hat man sich verkracht, ohne Zugriff auf die Immobilie Tivoli verlor der Deutsche das Interesse. Ponomarew beklagt den Bruch von Abmachungen. Und Kienles erste Tranche (drei Millionen Euro) wird von einer deutschen Bank blockiert. Angeblich.

WIE GEHT’S DEN ANDEREN? 24 von 28 Bundesliga-Klubs der ersten und zweiten Liga hatten schon in erster Instanz Lizenz oder Zulassung erhalten. Austria Wien und Young Violets bekamen das Okay gestern ebenso wie St. Pölten. Nur Wacker Innsbruck schaute gestern – wie erwartet – durch die Finger ...