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Ausgabe: 28. April 2022

Florian Madl

Nichts als verbrannte Erde

20 Jahre wurden beim FC Wacker Visionen geträumt und Konzepte formuliert, die das Papier nicht wert waren, auf denen man sie ausdruckte. Leitbilder wurden erdacht, Luftschlösser gebaut und dabei viel Geld verbrannt. Dass sich Unternehmen verrennen, um geläutert auf den Pfad der Realität zurückzukehren, ist nichts Neues. Aber dass die Wacker-Verantwortlichen auch nach Jahren immer noch glauben, Kritiker seien Nestbeschmutzer und Pragmatiker Traumtöter, lässt Zweifel an der gelebten Praxis seit dem Millionen-Crash vor 20 Jahren aufkommen.

Der Tag der Abrechnung ist gekommen, die Zahlen mu?ssen auf den Tisch und die Verantwortlichen vor den Vorhang. Auch vereinsrechtlich entlastete Ex-Vorstände wie der (gescheiterte) Alfred Hörtnagl, der sich seiner Transfers rühmte und selbst nicht schlecht wegkam. Der Matreier steht sinnbildlich fu?r das Multiorganversagen eines Vereins, der die Leute zu emotionalisieren vermag, aber nicht auf Basis der vorhandenen Möglichkeiten. Dem FC Wacker möge eine lange Zukunft beschert sein. Aber eine, die auf Transparenz und Wertschätzung baut, wo nicht mehr Geld ausgegeben wird, als man hat. Und wo die öffentliche Hand nicht laufend Außenstände zu decken hat. Vom FC Wacker 2022 bleiben Gläubiger und viel verbrannte Erde, auf der so schnell keine Euphorie wachsen wird.