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Ausgabe: 29. April 2022

Florian Madl

Wacker-Neustart ohne Profibetrieb, aber mit Amateurverein?

An eine Wacker-Zulassung im dritten Anlauf glaubt längst keiner mehr. Nun geht es darum, Amateure, Nachwuchs- und Damen-Betrieb zu retten.

Innsbruck – Der Tag nach der Zulassungs-Verweigerung durch das Protestkomitee der Bundesliga: In einschlägigen Foren gehen die Wogen hoch, zwischen Wut und Mitleid offenbaren manche ihre Hoffnung auf eine Zukunft in ruhigen Gewässern.

Immer noch fehlt das Geld, immer noch haben weder Spieler (seit April) noch Mitarbeiter (teilweise seit Februar) Gehälter am Konto. Der Weg in die Saison 2022/23 könnte sich als heikler Akt erweisen. „Man muss versuchen, den Amateurbereich herauszufiltern. Wir haben keinen Überblick über das Negativkapital von Verein oder GmbH. Das müssen wir klarstellen, um weiter unterstützen zu können“, hielt LH-Stv. Josef Geisler fest.

Was einen personellen Neuanfang auf Vorstandsebene anbelangt, will sich der Zillertaler aufgrund der Vereinsautonomie nicht äußern. Sein Credo: „Es braucht einen soliden Kurs, der ist mir in der Vergangenheit leider nicht aufgefallen.“

Mittlerweile werden einige Varianten ins Rennen geführt, um dem FC Wacker einen Neustart zu ermöglichen. Im Raum steht immer noch eine Tiroler Lösung, möglicherweise mit der sportlichen Leitung der Akademie um Roland Kirchler und Thomas Grumser. Der Exodus von Spielern – bekanntlich verabschiedeten sich fünf Profis vorzeitig (Grujcic, Kopp, Gallé, Markelic, Hubmann) – muss nicht anhalten.

Spielervertreter Alex Joppich würde bei einer vernünftigen Zukunftsplanung gerne seinen Vertrag einhalten, wie er in einem Interview bekräftigte. Um Spieler wie ihn, wie Alex Gründler, Rami Tekir und Alexander Eckmayr (Tor) könnte Neues entstehen.

Elisabeth Mayr (Innsbrucker Sportsprecherin/SPÖ): „Es braucht Klarheit, wie es ausschaut, inwieweit GmbH und/oder Verein betroffen sind. Ein gemeinsames Gespräch unter Einbindung des Sportamts steht noch aus.“

Josef Geisler (LH-Stv): „Wir müssen den Verein in der Regionalliga halten, sonst ist der weg vom Fenster. Das ist unser Ziel. Einige Spieler werden sich verabschieden oder haben das bereits getan. Jetzt muss man schauen, dass man die zweite Mannschaft mit Talenten auf eine Ebene bringt, dass das funktioniert."

Josef Geisler (Präsident Tiroler Fußballverband): „Man darf die anderen Tiroler Vereine nicht aus den Augen verlieren, die zu Recht mit Argusaugen auf den FC Wacker schauen. Was den Verband anbelangt, ist rechtlich alles geregelt: Bei einer Vereinsinsolvenz reden wir von der 2. Klasse Für mich gibt es keine Veranlassung, eine Ausnahmesituation zu schaffen.“