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Ausgabe: 29. April 2022

Florian Madl

„Handtuch zu werfen ist keine Lösung“

Wacker-Präsident Kevin Radi (33) äußert trotz der prekären Situation weiter den Willen, für den Verein zu kämpfen. Er will weitermachen.

Wie gedenken Sie nach der verweigerten Zweitliga-Zulassung durch das Protestkomitee vorzugehen?

Kevin Radi: Wir müssen das alles erst prüfen und schauen, wie sinnig es ist, vor das Schiedsgericht zu gehen.

Glauben Sie weiter daran, dass Investorengeld fließt?

Radi: Wir hoffen bis zum Schluss und gehen davon aus, dass es passiert.

Immer wieder heißt es, dass andere Investoren im Sinne einer Zwischenfinanzierung einsteigen würden.

Radi: Wir haben Bälle in der Luft, die wir aber nicht gefährden wollen, indem wir Namen nach außen tragen.

Welche Gespräche folgen demnächst? Jene mit der öffentlichen Hand?

Radi: Die werden wir definitiv führen, aber vorher beraten wir, ob es mit einem möglichen Protest weitergeht.

Die Negativ-Entwicklung wird auch am alten Vorstand festgemacht. Will man Ex-Vorstände in die Haftung nehmen?

Radi: So denken wir nicht – wir kämpfen darum, dass alles eine positive Entwicklung nimmt. Wenn alles scheitert, kann man immer noch darüber nachdenken.

Die dritte Liga (Regionalliga) scheint mittlerweile ein realistischer Plan.

Radi: Auch das denken wir an. Wir haben gesagt, dass man sich auch damit abfinden muss.

Bleiben Sie weiter an Bord? Oder beinhaltet der Neuanfang auch Ihren Abschied als Präsident?

Radi: Es liegt auch an der Situation, wie wir das bewältigen, aber das Handtuch zu werfen ist auch keine Lösung. Wenn wir eine Lösung herbringen, möchte ich auf alle Fälle bleiben, aber das Amt steht in so einem Fall immer zur Diskussion – auch wenn wir für den Grundschaden nicht verantwortlich sind. Wir haben das Ding nicht retten können.

Bereuen Sie Ihren vorzeitigen Wacker-Einstieg? Ursprünglich wollten Sie mit Ihrer Gruppe ja erst im Sommer anfangen.

Radi: Nein, wir bereuen es nicht. Der Verein wäre im Sommer ja vielleicht schon weg.

Und dennoch droht ein vorzeitiges Saisonende, was sogar zu Klagen fu?hren könnte, da damit auch der Aufstiegskampf in der zweiten Liga beeinträchtigt werden würde.

Radi: Unser Ziel ist es auf jeden Fall, die Saison zu beenden. Fix können wir es nicht sagen, weil wir auch dafür Geld brauchen werden. Wir können nur alles probieren.

Wie gehen Sie und Ihr privates Umfeld mit der Situation um?

Radi: Das alles ist auch persönlich belastend, fu?r die Familie – es ist eine Belastung fu?r alle. Wir stehen das gemeinsam durch, mu?ssen mit der Situation umgehen, auch wenn wir uns das anders erhofft haben.