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Ausgabe: 02. Mai 2022

Florian Madl

Polit-Gipfel soll Klarheit bringen

Land, Stadt und Fußballverband besprechen mit Wacker-Präsident Radi die Situation.

Innsbruck – Die Finanzmisere beim FC Wacker Innsbruck weitet sich aus. Mittlerweile forderte nicht nur ein Vermieter die jeweiligen Vereinsakteure dazu auf, ausbleibende Zahlungen selbst zu übernehmen oder die Unterkunft überhaupt zu verlassen.

Die von den Ex-Investoren Matthias Siems und Mikhail Ponomarev in den TT-Interviews geäußerten Angebote sollen zuletzt wiederholt worden sein, der Deutsche und der Russe hätten sich dem Vernehmen nach sogar über eine gemeinsame Hilfsaktion abgesprochen.

Selbst in der zweiten Wacker-Mannschaft äußerte zuletzt Trainer Masaki Morass offen, die Spieler mögen angesichts der ungewissen Situation einen Abschied in Erwägung ziehen. Und hoffnungsvolle Spieler, wie der Japaner Rio Nitta (19/wird mit Austria Wien in Verbindung gebracht) oder der Stamser Marcel Dosch (17/Sturm, Austria Wien), sollen bereits umworben werden.

Der bereits seit geraumer Zeit kolportierte Abschied von Vorstandsmitglied Thomas Kerle könnte heute umgesetzt werden, aufgrund der Bestimmungen lässt sich das allerdings nicht so einfach bewerkstelligen. Mit Präsident Kevin Radi, Vizepräsident Kerle und Niklas Sattler als Drittem im Bunde ist das Minimum an Funktionären im Amt. Der Abgang des Juristen hätte einen Nachfolger zur Bedingung.

Die Optionen für die Zukunft des FC Wacker sollen jedenfalls am Dienstagabend ausgelotet werden: im Rahmen einer Besprechung zwischen Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler, dem Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi und Tirols Fußballverbandspräsident Josef Geisler, der in weiterer Folge auch Wacker-Präsident Radi beiwohnen soll.

Während LHStv. Geisler andeutete, dass man zumindest den Amateurbetrieb retten wolle und damit einen Neustart der zweiten Mannschaft in der Regionalliga anstrebe, wollte sein Zillertaler Namenskollege vom TFV noch abwarten: „Andere Vereine schauen mit Argusaugen darauf, was mit dem Wacker passiert“, verweist der Jurist auf die Durchführungsbestimmungen (bei Insolvenz des Vereins Neustart in der 2. Klasse). Eine Rettung des Profibetriebs scheint derzeit jedenfalls nicht in Sicht. Ein gänzlich neuer Vorstand hingegen schon.