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Ausgabe: 03. Mai 2022

TT

Schwarz-grüne Tradition kontra Totalversagen

PRO

Der Lack ist ab. Der Vereinsname beschädigt. Und alle großmundig angekündigten Rettungsanker sind in den schwarz-grünen Untiefen versunken. Jetzt, wo sich das Rasengrün am Tivoli in verbrannte Erde verwandelt hat, soll die öffentliche Hand, also die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, retten, was noch zu retten ist. Die Profiabteilung (FC Wacker Innsbruck GmbH) zählt nicht mehr dazu. Selbige hat sich durch Großmannssucht und Missmanagement längst ins Abseits, konkreter: ins Aus manövriert.

Vielmehr geht es nun um die Amateursparte, den Nachwuchs, die Damen. Es geht um die Aufrechterhaltung einer Tradition, die mit Unterbrechungen seit 1913 den Tiroler Fußball prägt. Es geht um den Hauptstadtklub. Es geht um den FC Wacker Innsbruck. Deshalb lohnt sich eine Rettung. Wobei seitens der politischen Entscheidungsträger erst evaluiert werden muss, ob der FC Wacker überhaupt noch zu retten ist. Und das ist keine Floskel, sondern die aus Sicht eines Sportbegeisterten beklemmende Realität.

Max Ischia

CONTRA

Es fällt sehr schwer, muss an dieser Stelle aber sein: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Denn wer weiß, welch belastendes Material auf finanzieller Ebene in den kommenden Wochen noch an die Oberfläche kommt: Die Verantwortlichen beim FC Wacker Innsbruck haben mit der Aussicht, dass durch fragwürdige Investoren endlich Milch und Honig fließen werden, das schwarz-grüne Schiff stattdessen in die Versenkung manövriert.

Für den ein oder anderen wurde der Klub offenbar auch zum Spielball der Eitelkeiten. Und die Rechnung müssen jetzt jene zahlen, denen das ganze Bedauern gilt – fleißige Mitarbeiter wie aufstrebende Nachwuchskicker, engagierte Trainer wie treue Fans. Also jene, für die in Schwarz-Grün auch ein Glaubensbekenntnis von ganzem Herzen steckte.

Den Konkurs und Zwangsabstieg in die 2. Klasse kann kein neutraler „Fußball-Tiroler“ dem FCW wünschen. Die Abrechnung dieser Misswirtschaft kann aber nicht wieder über das Volk erfolgen.

Alex Gruber