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Ausgabe: 07. Mai 2022

Wolfgang Müller

2:3-Pleite passte zur Gesamtsituation

Frenetisch angefeuert von der Nordtribüne bezog die Rumpfmannschaft des FC Wacker gestern nach leidenschaftlichem Kampf eine 2:3-Niederlage gegen Horn.

Innsbruck – Es war gestern eigentlich so wie meistens zuletzt bei Wacker-Heimspielen – auf die Nordtribüne war einmal mehr Verlass, die Kulisse überschaubar, der Gegner eine „graue Maus“, zweitklassig eben. Doch gestern wehte zusätzlich noch eine starke Brise Abschied durch das Tivolistadion. Denn diese FCW-Mannschaft, die sich vor 1764 Zuschauern gegen den SV Horn 2:3 geschlagen geben musste, ist spätestens in zwei Wochen Geschichte. Durchaus möglich, dass den bisher acht Profis, die sich abmeldeten, in den kommenden Tagen noch weitere folgen.

Gestern standen jedenfalls noch 18 Kicker auf dem Spielbericht. Und die zeigten Moral und lieferten gegen die Niederösterreicher ein ordentliches Spiel ab. Auch wenn das eigentlich bei den Untergangsszenarien Nebensache war. Paolo Bertaccini brachte die Hausherren in Führung, Ex-FCW-Stürmer Okan Yilmaz besorgte den 1:1-Halbzeitstand.

Angefeuert von Fans drängten die Tiroler zunächst auf den Führungstreffer, doch nach einer Standardsituation bejubelte Julian Klar die Gäste-Führung. Für die Zuschauer im Tivoli kein Grund für Pfiffe, im Gegenteil, die Mannschaft wurde angetrieben. Nach dem 1:3 (62.) durch Yilmaz schien das Spiel gelaufen. Doch die Mannschaft von Coach Michael Oenning ließ sich nicht hängen. Ronivaldo erzielte den Anschlusstreffer, dann wurde unter dem Jubel der „Nord“ auf den Ausgleich gedrängt. Mehr als ein Lattenschuss von Renato Babic schaute nicht mehr heraus. Nach dem Schlusspfiff ließen die Fans Mannschaft und Betreuer hochleben, lieferten noch einige deftige Spruchgesänge gegen Präsident Kevin Radi ab und machten sich dann auf zum angekündigten schwarzgrünen Marsch in die Innenstadt.