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Ausgabe: 15. Mai 2022

Wolfgang Müller

Bis zum nächsten Ultimatum

Das Leiden und Hoffen nimmt kein Ende – am Montag muss der FC Wacker die ersten Überweisungen liefern, sonst ist Insolvenz fix.

Innsbruck –Sportlich lassen die Schwarz-Grünen den Profifußball mit einer engagierten Rumpfmannschaft ausklingen. Bei der 1:3-Niederlage in St. Pölten fehlten zehn bereits abgemeldete Profis, zum Saisonabschluss am kommenden Sonntag im Tivoli gegen Dornbirn ist für Coach Michael Oenning einmal mehr „Kreativität“ bei der Kadererstellung gefragt. Routinier Dennis Grote und der Brasilianer Luiz Soarez sahen in Niederösterreich jeweils die fünfte Gelbe Karte und sind somit gesperrt. Zudem zog sich Goalie Marco Knaller eine Leistenverletzung zu und musste vorzeitig in die Kabine. So feierte der 20-jährige Markus Gabl sein Zweitliga-Debüt und der Pitztaler verhinderte gleich mit einer Glanzparade den vierten Treffer von St. Pölten.

Die letzte – selbst bezahlte – Bundesliga-Auswärts-Dienstreise begann für den FC Wacker am Freitag um 10.30 Uhr und endete Samstag um zwei Uhr wieder beim Tivoli. Im Gepäck war kein Punkt, aber zumindest die Gewissheit, sich so teuer wie möglich verkauft zu haben. „Meine Jungs wissen, was die Stunde geschlagen hat, und werden auch im letzten Spiel ihr Bestes geben“, zollte Oenning seiner Mannschaft Respekt.

Aus sportlicher Sicht ist das Saisonfinale nach dem Lizenzentzug freilich nur noch Nebensache. In den kommenden Tagen geht es endgültig um das Überleben des Vereins. Heute läuft das Ultimatum der Österreichischen Gesundheitskassa aus. Heißt, dass spätestens am Montag die offenen Beträge eingezahlt werden müssen, sonst wird ein Insolvenzantrag gestellt. So weit soll es nicht kommen, weil Geld von Thomas Kienle doch den Weg nach Innsbruck gefunden haben soll. Zuerst soll die ÖGK befriedigt werden, dann auch der Konkurs der GmbH verhindert werden. Die nächste Blase oder ein realer Rettungsanker?