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Ausgabe: 30. August 2022

Daniel Lenninger

Eine neue Zeitrechnung um Kilometerfresser Lacazette

In der Hypo Tirol Liga steigt das Spitzenspiel heute (19.30 Uhr) im Tivoli. Der FC Wacker (2.) bittet die Kemater Blues (4.) zum Tanz.


Innsbruck – Als der FC Wacker vor Saisonbeginn händeringend nach Spielern für die neue Zeitrechnung in der Hypo Tirol Liga suchte, standen unter vielen Legionären nicht nur unbeschriebene Blätter auf der Matte. Wer, wie Romuald Lacazette, bereits 37 Spiele in der zweiten deutschen Fußball-Bundesliga (1860 München, Darmstadt) in den Beinen hat, bekam es auch am Sonntag im Innsbrucker Stadtderby beim IAC (3:2-Sieg) nicht mit Lampenfieber zu tun. „Als ich die Anfrage erhielt, habe ich gesehen, dass der FC Wacker ein großer Verein ist und wieder nach oben möchte“, ließ sich der Franzose schnell überzeugen. Lautstarke Nebengeräusche – wie die Hausdurchsuchungen bei ehemaligen Vereinsvorständen – gelte es auszublenden: „Der Trainer hat uns gesagt, dass das mit uns nichts zu tun hat. Wir müssen uns auf die Spiele konzentrieren.“

Die Ziele des Clubs stimmen mit seinen eigenen überein: „Ich möchte zurück in den Profibereich.“ Die vergangenen Jahre seien nicht nach Wunsch verlaufen. Der Cousin von Ex-Arsenal-Stürmer Alexandre Lacazette („Wir haben keinen Kontakt“) fristete ein unbefriedigendes Dasein in dritten (FC Villefranche/Frankreich) und vierten (Lancy FC/Schweiz) Ligen. „Ich war auf der Suche nach ein bisschen Stabilität“, betonte der 28-Jährige: „Der Fußball ist eben ein ständiges Auf und Ab.“

Zwischendurch hielt der defensive Mittelfeldspieler seine Knochen auch für den TSV Wasserburg in der bayrischen Landesliga hin. Konnte der bald zweifache Familienvater da noch zu Fuß zum Training gehen, pendelt Lacazette die knapp 140 Kilometer zwischen Wasserburg und Innsbruck nun mit dem Zug. Ein Kilometerfresser ist der verlängerte Arm von Wacker-Coach Akif Güclü auch auf dem Rasenviereck. Für seine große Mentalität wurde der Ersatzkapitän im Derby mit seinem zweiten Saisontor belohnt und anschließend von den Wacker-Fans gefeiert: „Sie sind wie ein 12. Spieler auf dem Platz.“ In der Tiroler Liga, wo die Teams laut Lacazette „bis zur 95. Minute alles geben“, ertönt bereits heute im Rahmen einer englischen Woche wieder der Anpfiff gegen die Kemater Blues.