„Fest gemauert in der Erden…“

„Fest gemauert in der Erden…“

28. August 2026·Stefan Weis·4 Min. Lesezeit

Ui, da werden manch ältere Semester zusammenzucken. Und Flashbacks haben: die beliebte Strafarbeit vergangener Tage – schreib mir „Das Lied von der Glocke“ von Schiller, wenn du schon nicht ruhig bist. Was das mit dem Spiel gegen den FAC zu tun hat? Nix. Naja, es sei denn… „Die Jahre fliegen pfeilgeschwind…“ Über 2000 Worte beschreiben […]

Ui, da werden manch ältere Semester zusammenzucken. Und Flashbacks haben: die beliebte Strafarbeit vergangener Tage – schreib mir „Das Lied von der Glocke“ von Schiller, wenn du schon nicht ruhig bist. Was das mit dem Spiel gegen den FAC zu tun hat? Nix. Naja, es sei denn…

„Die Jahre fliegen pfeilgeschwind…“

Über 2000 Worte beschreiben in der Ballade von Friedrich Schiller das Leben von der Wiege bis zur Bahre, mit all dem Glück und Unglück, das es begleitet – nur ein wenig mehr Worte, als Tage seit dem letzten Sieg gegen den Floridsorfer AC vergangen sind (1814 Tage – das 3:1 auswärts in Wien, mit Toren von Florian Jamnig und zweimal Ronivaldo). Rund 1400 Zeilen beschreiben Vergänglichkeit und Ewigkeit des Daseins – ebenso viele Monate darf der 122 Jahre alte transdanubische Verein schon auf ballesterisches Dasein zurückblicken. 1904 gegründet, vierzehn Jahre später Wiener – na, sagen wir halt österreichischer – Meister, 1944 als Runner-Up fast an der Spitze der Alpenländer, „es schwelgt das Herz in Seligkeit…“. Nicht lange jedoch, man stieg in den 50ern aus der höchsten Spielklasse ab. Und fand den Weg zurück nicht mehr, zumindest als Verein. Denn als köchelndes Labor für Nachwuchskicker blieb man auch nach Zeiten eines Robert Dienst und seinen 27 Länderspielen und 284 Auftritten für Rapid mit 307 Toren mehr als nur relevant. Etwa mit Namen wie Ernst Ocwirk, Peter Pacult, und nicht zuletzt „Magister“ Marco Arnautovic prägte man den österreichischen Fußball durch eine intensive Nachwuchsarbeit.

„Drum prüfe, wer sich ewig bindet…“

So manches Jahr ist ins Land gezogen, seit sich Wacker mit dem FAC duellierte. Der – ohne Scherz – 1. April 2022 war es, als die Floridsdorfer und Innsbrucker sich zuletzt im Tivoli begegneten. In lauer Stimmung. „Von dem Dome, schwer und bang, tönt die Glocke Grabgesang.“ 1891 Schwarzgrüne verirrten sich ins Stadion, um dem noch Leben einzuhauchen, das dem Tode geweiht war. Zwei gelbrote Karten, ein maues Remis stand am Ende zu Buche – und für fünf Spiele eine unglaubliche Vereinstreue, zwei hier, drei da. Da mag der Wiener Verein noch so jung auftreten, noch so viel Fluktuation in seinem Kader aufweisen. Mit Mirnes Becirovic und Marcus Maier sind zwei Spieler weiterhin in der Mannschaft zu finden, die schon beim letzten Aufeinandertreffen vor mehr als vier Jahren gegen Innsbruck aufliefen. Der Kapitän und Innenverteidiger Becirovic ist quasi schon Vereinsinventar, seit 3711 Tagen trägt er Blau-Weiß. Und ist damit der treueste aller Treuen der 2. Liga. 302 Spiele für die Floridsdorfer, 25.675 Minuten, und nur ein einziges Mal vom Platz gestellt – bei der 2:1-Niederlage am 22. Juli 2016 gegen den FC Wacker, fünf Minuten vor dem Siegestreffer von Thomas Pichlmann.

„…ob sich das Herz zum Herzen findet.“

Das Herz findet sich aber auch in anderen Farben. Schwarz-Grün etwa. Und da mag es Abstürze und Rückschläge erlitten haben – „Der Wahn ist kurz, die Reu’ ist lang…“ – es schlägt doch für Innsbruck. Denn vor mehr als vier Jahren, vor dem Zusammenbruch, vor der Rückreihung bis in Liga fünf, da liefen im letzten Duell gegen den FAC schon Alexander Joppich, Florian Kopp und Rami Tekir auf. Alle drei sind wieder zurück am Tivoli, haben teilweise den FC Wacker durch den Amateurbereich begleitet. Und werden nun wiederrum gegen die Wiener aufs Feld laufen. Gegen ein Team, das sich recht gut gehalten hat. St. Pölten und Rapid besiegt, Amstetten einen Punkt abgerungen, mit sieben Punkten gut im Rennen. Und vor allem heiß auf Innsbruck. Das Team von Mario Sonnleitner ist gefährlich, das zeigen die letzten Jahre. Bis zur vorletzten Runde auf Rang zwei der Liga, vier Spieltage lang gar Tabellenführer –  „Wehe, wenn sie losgelassen!“

Es wird eine spannende Aufgabe am nördlichen Donauufer werden…

Foto: privat

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Autor: Stefan Weis
Veröffentlicht: 28. August 2026
Lesezeit: 4 Minuten

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