Kronen Zeitung

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Gernot Gsellmann

23. Juli 2026

„Druck? Den gibt es in Innsbruck immer!“

Er ist Tirols Stolz, mit ruhmreicher Geschichte und fast ebensovielen Tragödien: Wacker Innsbruck lässt in unserem Bundesland keinen kalt – nicht einmal in „Liga zwa“!

\"Die Legende lebt.“ Was im Vereinslied gehuldigt wird, wird im schwarz-grünen Alltag gelebt. Von Anfang an. Mit alle seinen Facetten. 
Nicht nur in der rot-weiß-roten Bundesliga (mit Titeln und Skandalen) – auch in Liga zwei. 

„Nicht nur im Verein Wacker wird stets Druck erzeugt“, weiß Heli Kraft nur zu gut aus eigener Erfahrung, „auch das Umfeld ist durch die vielen Titel extrem erfolgsverwöhnt.“ So musste der Tiroler bei Übernahme 2003/04, als der Klub gerade von der Westliga aufgestiegen war, gleich den Durchmarsch in Angriff nehmen. „Das ist uns dann auch gleich, nach zähem Start, gelungen. Mit neun Tirolern in der Startelf! Die Meisterfeier werde ich auch aus diesem Grund nie vergessen.“ Wohl auch nicht, was kurze Zeit danach mit ihm geschah: Vor Beginn der Bundesliga ’04/05 wurde Ali Hörtnagl als Sportdirektor installiert – obwohl er am Grün noch selber auflief. „Und nach wenigen Runden wurde ich entlassen – von einem Spieler!“ 

Auch das ist Wacker. 

Trainer gaben sich die Türklinke in die Hand, Flops wie Michael Oenning (D), der während seiner fünfmonatigen Amtszeit mehr am Berg als auf dem Trainingsplatz stand (2022); wie Maurizio Jacobacci (Sz), der 2016 sein Ego zwei Monate ausleben durfte. Oder das „Missverständnis“ Lars Söndergaard (Den), der nunmehrige Damen-Teamchef, das nach 90 Tagen beendet wurde . . . 

Massen begeistern 

„Doch für mich war die Zeit in Innsbruck, ob als Spieler oder Coach, die schönste.“ Walter Kogler, der nach dem Abstieg 2008 annähernd freie Hand bei der Wahl seiner Spieler hatte, mauserte sich schnell zum Top-Coach. „80 Prozent des Kaders war ja weg, das war eine richtige Challenge.“ Die ihm mit jungen Akademie-Akteuren (wie Marco Kofler, Dario Dakovic oder Lukas Hinterseer) und Routiniers (wie Martin Svejnoha) gelang. „Das Entscheidungsspiel in Pasching gegen Liefering bleibt immer im Kopf – da fand ja eine wahre Tiroler Völkerwanderung Richtung Oberösterreich statt!“ 

Nachdem Klaus Schmidt, der Wacker als Feuerwehrmann im letzten Abdruck vor der Drittklassigkeit (am Tivoli gegen Horn vor 14.950 Fans!) rettete, der als Tabellendritter hinter St. Pölten und LASK von Hörtnagl eine Runde vor Meisterschaftsende die Entlassungspapiere (wegen einer Klausel im Vertrag) erhielt, beendete „Sir“ Karl Daxbacher 2018 die längste Zweitliga-Periode des Traditionsvereins. Und durfte mit seiner Truppe zum bis dato letzten Mal auf den Balkon des Innsbrucker Rathauses. „Das war eine unheimlich schöne Zeit“, gestand Daxbacher, der zuvor schon mit LASK und St. Pölten ins Oberhaus aufgestiegen war. Doch vor dem Rauswurf war „Dreifach-Karl“ auch nicht gefeit. Von wem? Wohl nicht allzu schwer zu erraten . . . 

Die damaligen Aufstiegs-Trainer haben eines gemeinsam – ihre Hoffnung auf eine Rückkehr ins Oberhaus: „Weil Wacker Innsbruck dort hingehört.“ 

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