Tiroler Tageszeitung

Tiroler Tageszeitung

Florian Madl

30. Juli 2026

Über zwei Jahrzehnte, viele Anekdoten: Die Legende Wacker lebt

Am Freitag (18.30) erfolgt mit dem Heimspiel gegen Bregenz die Rückkehr des FC Wacker Innsbruck in die 2. Fußball-Bundesliga. Beachtlich – denn viel hätte nach dem Konkurs 2022 nicht darauf hingedeutet.

Allein die Zahlen nach dem FC-Tirol-Crash 2002 sprechen für sich: Seit damals kamen und gingen 22 Trainer, fünf Präsidenten bzw. drei Obleute, sieben sportliche Leiter. Man erlebte drei Aufstiege in die höchste Liga (2004/Abstieg 2008, 2010/Abstieg 2014, 2018/Abstieg 2019) und 20 Jahre nach dem ersten Konkurs einen weiteren samt Rückstufung in Liga vier. Am Freitag erfolgt die nächste Zweitliga-Rückkehr. Die Tiroler Tageszeitung erinnert sich noch einmal an denkwürdige Momente in über zwei Jahrzehnten – manchmal skurril, bisweilen emotional, aber nie fad. Wacker eben. 

Ausverkauft wie lange nicht: 8. Juni 2003: 14.000 Fans sehen das Relegationshinspiel zwischen der SPG Wattens/Wacker und Schwechat im Tivoli. Nach einem 0:0-Heimremis wird der Aufstieg mit einem 3:2-Sieg auswärts bejubelt. Kurioses Detail im Rahmen der Feier: Trainer Michael Streiter erfährt von seiner Ablöse. 

Ausschuss-Tor: Die Wacker-Zweitliga-Rückkehr im Juli 2003 blieb auch Vereinschronist Christoph Geiler nachhaltig in Erinnerung. 18. Minute: Kapfenberg-Goalie Sidorczuk schießt aus, der Ball springt 25 Meter vor dem Tiroler Tor auf und segelt über Harald Planer ins Wacker-Gehäuse – 0:1. 

Verdorbene Meister-Party: Am 29. April 2006 verspielt Red Bull Salzburg – ausgerechnet unter Tirols ehemaligem Meistermacher Kurt Jara – seine letzten Titelchancen im Tivoli. Die Bullen führen in Minute 59 schon mit 2:1, ein folgenschwerer Patzer und ein Eigentor von Keeper Alexander Manninger sowie der Wacker-Siegestreffer durch Ferdinand Feldhofer (90.) drehen das Spiel schließlich zum 3:2 für die Tiroler. Siege gegen Salzburg schmecken eben besonders süß ... 

Wunder von Wolfsberg: 0:2 liegt der FC Wacker im letzten Meisterschaftsspiel 2012/13 zurück, der Abschied scheint besiegelt. Was dann kommt – legendär: der Schiri-Schubser von Trainer Rolo Kirchler, vor allem aber ein Dreierpack von Perstaller (72., 78.) und Schilling (75.). Klasse gehalten. 

Nur kein Orangensaft: „Salat ist in Ordnung, aber nicht vor Spiel oder Training, der liegt im Magen. Ähnliches gilt für Orangensaft, der einen hohen Säuregehalt aufweist.“ Also sprach der Schweizer Maurizio Jacobacci Anfang September 2016. Er plane, länger beim Verein zu bleiben – drei Wochen später ist er Geschichte. 

Kündigung oder nicht: 14 Angestellte der Geschäftsstelle werden per 30. Juni 2019 gekündigt – eine „Vorsichtsmaßnahme“, wie Präsident Gerhard Stocker angesichts der knappen Budgetdecke nach dem Abstieg festhält. Als Aktionismus sei das Vorgehen nicht zu werten, eher als Alarmsignal. „Ich hoffe, dass Fußball-Tirol aufwacht.“ 

Die Vision vom Holzstadion: Doch-nicht-Investor Matthias Siems plant im April 2021, ein Holz-Tivoli in ökologischer Bauweise zu errichten. Mit im Komplex: Platz für E-Sports-Veranstaltungen, Studentenappartements. Darauf wartete man vergeblich – so wie auf sein versprochenes Geld. 

Das Tivoli fing Feuer: Während eines Corona-bedingten Geisterspiels zwischen dem FC Wacker und Austria Klagenfurt (23. April 2021) fängt das Stadiondach Feuer. Hintergrund: Der Fanclub „Verrückte Köpfe“ schießt anlässlich seines 30-jährigen Bestehens Pyrotechnik ins Stadion.. 

Spielverderber am Tivoli: 15.700 Besucher wollen im Juli 2025 im ausverkauften Tivoli eine Cup-Sensation von Drittligist FC Wacker gegen Rekordmeister Rapid sehen. Eine kleinlich gepfiffene Aktion vor Okan Yilmaz’ Ausgleich (89.) kostet den FC Wacker die Verlängerung. Ein Stürmerfoul – sagt zumindest Schiedsrichter Stefan Macanovic. „Da kommen einem fast die Tränen“, trauert der Tiroler Joker im Anschluss enttäuscht.

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