Tiroler Tageszeitung

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Florian Madl

31. Juli 2026

WSG, Wacker: Die Altlasten müssen ausgeräumt werden

Der gestrige Rundumschlag von WSG-Trainer Philipp Semlic, dass der Tivoli-Rasen angesichts der Doppel-Belegung am Wochenende überspielt sei, nährt eine Sorge: Könnte es zwischen Erstligist WSG Tirol und Zweitligist FC Wacker aufgrund der gemeinsamen Heimstätte zu Friktionen im Liga-Alltag kommen?

Das Stadion-Thema wird die Vereine bis zur Fertigstellung der neuen Wattener Heimstätte im Frühjahr begleiten. Zwei Mieter für eine Unterkunft, eine Art „Housesharing“ also, das lässt sich nur einvernehmlich abwickeln. Vielleicht liegt diesem Unbehagen, die Zusammenarbeit könnte keine gedeihliche sein, auch die Erfahrung aus der Vergangenheit zugrunde:

Die beiden sich in inniger Rivalität verbundenen Institutionen tragen Tirols Fußball zwar national nach außen, ein Miteinander war es allerdings nie. Auch die beiden Spielgemeinschaften (1971–1986 bzw. 2002/2003 nach dem Konkurs) schweißten sie nicht zusammen. Zu unterschiedlich das Selbstverständnis, der FC Wacker erachtet sich angesichts seiner Historie und des größeren Fan-Potenzials stets als legitime Nr. 1 im Land und tat das in der Vergangenheit ebenso unverhohlen kund, wenn es um öffentliche Förderungen ging. Auch beim Akademie-Nachwuchs kam es zu Differenzen.

Der FC Wacker neu scheint dank des US-Investors im Rücken an Stabilität gewonnen zu haben, die WSG Tirol hofft über das eigene Stadion in neue finanzielle Dimensionen vorzustoßen. Doch vorerst sind die Grenzen klar abgesteckt: Für die Wattener geht es um den Klassenerhalt, die Schwarz-Grünen werden nicht von heute auf morgen erstligatauglich sein.

Wer das Attribut „Nr. 1“ langfristig für sich verbuchen kann, bleibt ein sportliches Thema. Abseits der emotionalen Betrachtung lebt jedoch die Hoffnung, dieses vielversprechende Zweistufen-Modell in den beiden höchsten österreichischen Spielklassen könnte für Tiroler Talente förderlich sein. Bisher scheiterte man an sich selbst.

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