Der Aufsteiger hatte gestern am Tivoli lange seine Probleme – und durfte am Ende doch noch jubeln: Dank seinem Edeljoker Yilmaz!
Tiefer, extrem ramponierter Rasen; ein Gegner, der wenig Raum und noch weniger Zeit hergab; und eine Heimmannschaft, die offensiv nur sehr schwer in die Gänge kam. Für den einzigen Lichtblick in der ersten halben Stunde sorgte eine einsame Bengale auf der Nordtribüne . . .
Die ersten, die an einem trüben Freitag-Abend munter wurden, waren die Gäste aus Niederösterreich. Wären sie mit einer Führung in die Pause marschiert – Wacker hätte sich nicht beschweren dürfen. US-Boy Amon schob zwar das Leder vorbei am grün-schwarzen Keeper Kirchmayr, doch Kunze klärte im Vollsprint vor der Linie (33.); Stendera zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel aufs Wacker-Gehäuse, Kirchmayr parierte exzellent (35.). Ein Versuch von Mouhamed Sy nach einem Tanz durch den Strafraum (am langen Eck vorbei) war noch das beste, was die Hausherren zu bieten hatten (45.) . . .
Erneut Führung am Kopf
St. Pölten, bisher punkte- und torlos, kam erneut besser aus der Kabine. Nach einem Top-Konter hatten die Niederösterreicher den Torjubel in den Kehlen: Butterweiche Flanke von Amon, Krasniqis Kopfball gegen die Laufrichtung von Kirchmayr streifte am langen Pfosten haarscharf vorbei (58.). Und Kapitän Stendera scheiterte kurze Zeit später aus elf Metern freistehend am Wacker-Goalie (65.).
Vom Aufsteiger kam in Hälfte zwei relativ wenig: Einige Halbchancen (wie z.B. jene von Lechl und Gstrein), dafür viele Fehlpässe, kaum ein kontrollierter Spielaufbau.
Und doch: Eine einzige Möglichkeit machte die Tiroler mutiger, wirkte wie ein Dosenöffner. Nach einem Konter durfte Luis Gstrein alleine von der Mittellinie auf Ex-Wacker-Schlussmann Christopher Knett ziehen, seinen Schuss parierte er prächtig (79.). Auch der eingewechselte Matthew Evans fand seinen Meister in Knett (84.).
Der aber in der 87. Minute chancenlos war: Nach einem Trikotvergehen an Sy zeigte Schiri Gächter auf den Elferpunkt, Routinier Okan Yilmaz blieb eiskalt – 1:0, Sieg!
