Zweiter 1:0-Sieg in Folge – aber jener am Tivoli gegen St. Pölten machte mehr Freude. Und der Titel-Mitfavorit ist fast schon aus dem Rennen
Ball schnappen (ohne Diskussion), cool bleiben, schießen, jubeln (vor der vollen Nordtribüne). Alles in der 86. Minute. In der Crunch-Time, wo andere vielleicht schon nervel’n würden.
Nicht aber Okan Yilmaz. „Das war einer meiner wichtigsten Elfmeter“, lächelte der 28-jährige Vollblutstürmer nach getaner und erfolgreicher Arbeit. „Die Jungs haben gleich gesehen, dass ich bereit bin.“
Obwohl er – wie einige andere seiner Bank-Kollegen (Gstrein, Evans und Owusu) ) – erst wenige Minuten am katastrophalen Tivoli-Rasen stand. „Aber die, die reingekommen sind, haben neuen Schwung, neue Energie in die Mannschaft gebracht“, fand FCW-Coach Sebastian Siller den Schlüssel des knappen, am Ende vielleicht glücklichen, aber nicht gänzlich unverdienten 1:0-Erfolges. „Man hat wieder gesehen: Die Truppe kann sich quälen – und Fußball spielen! Das ist auch unser Qualitätsmerkmal!“
Fassungslosigkeit
Dagegen konnten zwei Ex-Wacker-Spieler nicht glauben, was da an einem kühlen und trüben Freitag-Abend an ihrer alten Wirkungsstätte geschehen war. „Unglaublich“, stammelte Goalie Christopher Knett. „Mir fehlen etwas die Worte“, legte Manager und ehemaliger grün-schwarze Kapitän Christoph Freitag nach. Denn St. Pölten, als Titel-Mitfavorit gestartet, vergab bis zur 75. Minute als besseres Team drei, vier Hochkaräter, hätte in Führung gehen müssen. „Große Vorwürfe gibt es nicht – wir treffen eben nicht.“ Vier Runden, viermal 0:1 verloren. Mehr Pech am Stiefel geht wohl nicht ...
Dagegen schwebt Wacker als Aufsteiger aktuell auf Wolke 7. Mitten in der Zweitliga-Spitze angekommen , weiß Siller den „dreckigen Sieg“ jedoch richtig einzuordnen. Und wartet noch auf Verstärkungen.
