Tiroler Tageszeitung

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Florian Madl

11. September 2026

„Wir sind ambitioniert, bleiben aber bodenständig“

Mit Partner Los Angeles FC hat sich der FC Wacker stabilisiert. Co-Präsident und General Manager John Thorrington, ehemals US-Nationalspieler, und der Geschäftsführer International Lukas Grether erklären, warum es aber nicht sofort nach oben gehen muss.

Was ist der Grund, dass Sie gerade den FC Wacker für Ihr Portfolio gewählt haben? Weil es nirgends einfacher wäre, in die Champions League zu kommen als in Österreich? 

Lukas Grether: Sicherlich ist das einer der Faktoren. Österreich ist ein attraktiver Markt. Jetzt sind es fünf Mannschaften, die sich für internationale Wettbewerbe qualifizieren können. Österreich ist für uns aber besonders im Bereich der Talententwicklung sehr attraktiv: Spieler wie Upamecano, Højlund oder Szoboszlai zeigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten dieser Markt bieten kann. 

Was spricht noch für Österreich? 

John Thorrington: In Innsbruck hast du ein internationales, kosmopolitisches Gefühl, obwohl es keine riesige Stadt ist. Es hat diese großartige Kombination aus lokalem Stolz mit einer Offenheit. Wir haben ein Netzwerk mit Spielern aus unserem Verein in Uruguay, aus Los Angeles und unseren Akademien in Afrika. Wir haben uns von Beginn an wohl gefühlt. Auch unsere Spieler haben sich schnell und gut integriert. 

Die Geschichte des Vereins spiegelt keine Konstanz wider. 

Thorrington: Wir sind die Partnerschaft in einer schwierigen Zeit für den Verein eingegangen. Aber wir dachten: Wenn wir klug vorgehen, die richtigen Leute einbinden und uns auf die richtige Weise mit dem Umfeld auseinandersetzen, könnten wir diesen Club wieder zu einem erfolgreichen und nachhaltig aufgestellten Profiverein entwickeln. Wir sind auf einem guten Weg. 

Grether: Dass unser Engagement begann, als der Verein nach der Ligareform auf dem Weg in die Fünftklassigkeit war, unterstreicht, dass wir für ein langfristiges Engagement hier sind. Zusätzlich war es für uns als Partner als auch für den Verein von Vorteil, mit dieser Tour durch Tirol auf regionalen Fußballplätzen Vertrauen wieder aufzubauen. 

Das Budget liegt bei 6,5 Millionen Euro – manche Leute hätten erwartet, dass es nach dem Aufstieg in die zweite Liga viel mehr Transfers geben würde. 

Grether: Finanz- und Vertragsinfos möchten wir öffentlich nicht kommentieren. Man muss aber festhalten, dass viele unserer Spieler bereits Teil des Teams in der 5. und 4. Liga waren, sie spielen jetzt auf einem sehr hohen Niveau in der 2. Liga. Und der Saisonstart, den wir hatten, unterstreicht, dass bereits viel Qualität in der Mannschaft war. Diesen Kern der Mannschaft haben wir auf vielen Positionen sinnvoll verstärkt. Es ist eine schrittweise Entwicklung. 

Der TV-Vertrag in Österreich ist nur für die 1. Liga lukrativ. Wie lange beabsichtigen Sie, in der 2. Liga zu bleiben, die mehr kostet, als sie einbringt? 

Grether: Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der zweiten Liga herausfordernd sind. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir unsere eigenen Einnahmen Schritt für Schritt erhöhen und den Verein wirtschaftlich stabiler aufstellen. Wenn wir wieder in der ersten Liga sind, wollen wir bereit sein, dort auch nachhaltig bestehen zu können. 

Gibt es einen Zeitplan? 

Thorrington: In den letzten drei Jahren war unsere Entwicklung linear. Der nächste Schritt wird anspruchsvoller, wir haben uns dafür bewusst keinen Zeitplan gesetzt. 

Grether: Wir sind sehr ambitioniert, aber es ist wichtig, dass diese Liga nicht unterschätzt wird. Es gibt viele ambitionierte Mannschaften, die viel Geld investieren, es gibt viel Qualität in der Liga, aber nur einen Aufstiegsplatz. Im Vergleich zu anderen Ländern ist es ein sehr schwieriger Weg in die erste Liga. 

Wie sieht es mit der Nachwuchs-Akademie aus? 

Grether: Talente aus der Region haben für uns eine große Bedeutung. Internationales Netzwerk und lokale Identität sind für uns kein Widerspruch, sie ergänzen sich. Wir wollen ein Verein sein, der Spielern aus der Region eine Perspektive bietet. Wir haben jetzt drei Spieler aus der Tiroler Akademie in unserem Kader – das soll fortgesetzt werden. 

Wie steht es um die Infrastruktur, das Stadion? 

Grether: Ich glaube, die meisten Vereine in Österreich würden sich glücklich schätzen, ein solches Stadion mitten in der Stadt und vor allem eine solche Atmosphäre zu haben. 

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