Tiroler Tageszeitung

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Florian Madl

15. September 2026

Max hört das Gras wachsen

Noch am Sonntag spielte die WSG Tirol am Tivoli, bereits am Montagmorgen fuhren die Bagger auf. Nach acht Jahren wird der alte und sanierungsbedürftige Rasen abgetragen. Dauer der Pause: drei Wochen.

Abstieg, Konkurs, Wiederaufstieg des FC Wacker Innsbruck. Meistertitel und Eurobowl der Raiders-Footballer. Seit sieben Jahren außerdem Heimstätte der WSG Tirol, die derzeit in Wattens ihr eigenes Stadion bundesligatauglich umbaut. Kaum ein österreichisches Fußballstadion trägt sich mit ähnlich vielen Nutzern. Und kaum einem wird weniger Ruhezeit eingeräumt.

Der gestern abgetragene Tivoli-Rasen hat allerhand am Buckel und längst ausgedient. Acht Jahre sind es, seit letztmals etwas passierte, üblich wären fünf. Alles eine Frage des Geldes. Die Olympiaworld als Betreiber und damit Gastgeber lässt sich die dieser Tage erfolgte Neuanschaffung 240.000 Euro kosten. Das Bauunternehmen Strabag hat die Arbeiten über, in weiterer Folge übernehmen Platzwart Max Stern und sein Team. Da schwingt viel Nostalgie mit: Der 42-jährige Bauer aus Arzl („Maxnhof“) kümmert sich in dritter Generation um Tirols bekannteste Rasenfläche. „Schon mein Opa Richard und Papa Max waren verantwortlich.“ Auch sie hörten das Gras wachsen.

„Eine kleine Wissenschaft“

Wie lange die Arbeiten anhalten? „Ich gehe von drei Wochen aus, Garantie hat man nie.“ Es handle sich um eine kleine Wissenschaft, bis der Rasen letztlich angewachsen sei. Mit einem Flachwurzler wie früher der Sorte „Boa supina“ würde das vergleichsweise schnell gehen, üblicherweise wird mit Tiefwurzlern gemischt. Das ist nachhaltiger und äußert sich auch im Farbspektrum: je dunkler, umso tiefer wurzelt der Rasen.

Es bleibt nicht die einzige Korrektur am stark strapazierten Untergrund: Die Rasentragschicht, die im Verlauf der vergangenen 25 Jahre seit Bestehen des Tivoli neu stetig anwuchs, muss um 15 Zentimeter verringert werden. Einfache Erklärung des Rasenflüsterers Max Stern: „Weil wir dann auch wieder eine bessere Wirkung unserer Rasenheizung erzielen können.“

Hinter den beiden Toren nördlich und südlich wird zudem der Kunstrasen erweitert, um den Akteuren beim Aufwärmen während des Spiels Raum zu bieten. Ein letzter Punkt: Die seit 2000 im Betrieb befindliche Beregnungsanlage wird erneuert, nicht einmal Ersatzteile gibt es mehr.

Nach der Länderspielpause geht es weiter. Das WSG-Spiel am 10. Oktober (17 Uhr) gegen Ried gilt als Feuertaufe des frischen Untergrunds.

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