Nach jeweils zehn Runden stehen der FC Wacker Innsbruck in Liga zwei und die WSG Tirol in der Bundesliga jeweils auf dem siebten Tabellenplatz. Der FCW hat nach tollem Saisonstart mit drei Siegen in den ersten vier Spielen zuletzt nur eines der letzten sechs Liga-Spiele gewonnen. Die WSG schrieb in den vergangenen vier Runden mit vier Punkten an. Mit einem Ergebnishoch tritt somit keines der beiden Teams an. Was die Zielsetzung (vorderes) Mittelfeld (FCW) bzw. Klassenerhalt (WSG) betrifft, liegen beide Teams im Soll, die Wattener haben tendenziell die Nase vorne.
Die Tendenzen aus dem Liga-Alltag verlieren an einem heißen Cup-Abend aber oft an Bedeutung. Noch mehr, wenn es sich um ein emotionsgeladenes Derby wie jenes am Tivoli dreht. Zwischen zwei Tiroler Vereinen – wobei der „kleinere“ aus Wattens dem „größeren“ aus Innsbruck (auch unter dem Namen FC Tirol) in der Vergangenheit schon öfters aus der Patsche geholfen hat und seit dem Bundesliga-Aufstieg 2019 sportlich ununterbrochen mit großer Konstanz die Nummer eins ist.
Der FC Wacker nähert sich budgettechnisch mit seinen amerikanischen Investoren der WSG, die vor allem auch aus wirtschaftlicher Sicht schleunigst zurück nach Wattens muss, immer mehr an. Ein Cupsieg in der Außenseiterrolle ginge tief unter die schwarz-grüne Haut. Es sind zwei Welten, die sich heute an einem Fußball-Feiertag in Tirol begegnen.

Tiroler Tageszeitung
Alex Gruber
28. Oktober 2026