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In weiter Ferne

Man könnte sagen, die Meistergruppe ist in weite Ferne gerückt. Der Titel der besten Auswärtsmannschaft ist noch weiter entfernt. Ja überhaupt, alles ist weit weg. So weit wie Hartberg von Innsbruck entfernt liegt. Normalerweise sind Siege beim TSV Hartberg eher eine Seltenheit. Das gilt überraschenderweise für alle Teams der Liga. Leicht ist es dort nie. Davon weiß auch der FC Wacker Innsbruck ein Lied zu trällern.

 

Die Profertil Arena

Der Begriff „Arena“ klingt für mich etwas komisch. In einer Arena finden normalerweise grauschliche Stierkämpfe statt. Gladiatoren haben einst in sogenannten Arenen um Leben und Tod gekämpft. Warum man ein Fußballstadion „Arena“ nennt, bleibt mir schleierhaft. Na gut, in der Profertil Arena zu Hartberg sieht es schon mehr nach Fußball aus. Eine breite Laufbahn bremst ein wenig die Stimmung dort. Von welcher Stimmung reden wir? In den Anfangsminuten der Partie zwischen dem TSV und unserem FCW hörte man davon höchstens die Rufe der Spieler und des Trainerteams. Ansonsten ist es still, wie in einem Geisterhaus. Es sei denn, die gegnerische Mannschaft „schenkt“ den Einheimischen schon in der vierten Minute einen Elfmeter. Und als nette Gastgeber nehmen die das Geschenk natürlich dankend an. Dabei hatte es den Eindruck als würden unsere Schwarz-Grünen das Spiel mutig beginnen. Aber das heißt ja nichts. Immer wenn Wacker in dieser Saison mutig spielte, fehlen Punkte am Konto.
Ab da war in der „Arena“ mehr los. Auch unsere Fans haben sich erstmals in Erscheinung gebracht.

Darauf trinken wir einen

Eines kann man den Hartbergern nicht absprechen. Es gibt gutes Bier im Stadion. Und das schmeckt noch besser, wenn unserem Team der Ausgleich gelingt. Darauf kann man getrost anstoßen. Aber Vorsicht, es spielt der FC Wacker Innsbruck und so gab es bereits Minuten später katastrophale Patzer in unserer Hintermannschaft. Lange hat die Führung ja nicht gehalten. Bleibt zu hoffen, dass sich keiner gefährlich am Gerstensaft verschluckt hat. Unsere Mannschaft spielt wirklich mit unseren Nerven. Wieder ging es in Hartberg mit einem Rückstand in die Kabinen

Hoppla

Trainer Sir Karl stellte zur Pause sein System um. Und siehe da, es hatte von Beginn an den Anschein, als wäre eine andere Mannschaft am Werk. Es wurde aggressiver und aktiver zu Werke gegangen. Auf den Tribünen war die Spannung kaum auszuhalten. Hoppla, was war das plötzlich für ein Spiel?! Mit offenem Visier, temporeich und auf Sieg spielend, agierten beide Teams. Quais ein Spitzenspiel, das in dieser Runde ja eigentlich im Wiener Allianz Stadion stattfinden sollte.
Weder das hochgelobte Spitzenspiel der Liga, SCR gegen Sturm Graz, noch WAC gegen den LASK und schon gar nicht die Matterburger gegen die Wiener Austria haben es in dieser Runde vermocht, mit dem Duell der Aufsteiger mitzuhalten. Die Spannung bei diesem Spiel ist bis in die letzten Winkel der Profertil Arena zu spüren gewesen. Wacker musste kommen und der TSV bekam dadurch Räume. Angetrieben durch zahlreiche Auswärtsfans, zum Teil aus dem Osten Österreichs, wurde auf Seiten der Schwarz-Grünen alles versucht um das Ruder wieder herum zu reißen. Und diesmal hat man sich auch für seine Mühen belohnt.

Konsequenter spielen

Auch ein Sieg wäre in diesem Aufsteigerduell drinnen gewesen. Aber wenn man ehrlich ist, sollte man mit dem Punkt und der Moral zufrieden sein. Die erste Halbzeit hat das Defizit des FC Wacker Innsbruck eindeutig gezeigt. An vorderster Front wird viel zu umständlich agiert und durch Aussetzer in der Defensive kassiert man immer wieder vermeidbare Gegentore. Da gilt es einfach konsequenter aufzutreten. Am besten gleich am Samstag (17 Uhr) gegen den starken WAC. Da muss der FCW dann alles abrufen, um zu bestehen.

Was der TSV Hartberg in der kurzen Sommerpause auf die Beine gestellt hat, kann sich sehen lassen. Auch die „Arena“. Sportlich kann man in Hartberg nicht von einer Sommervorbereitung sprechen. Aber vielleicht macht die grad das so stark. Keiner hat dort auch nur irgendwas erwartet.
Aber verstecken muss sich der FC Wacker Innsbruck jetzt auch nicht. Gegen die Oststeirer ist man in der Liga ungeschlagen und den ein oder anderen Großen hat man auch schon geärgert. Aber eines ist klar, nach dem Grunddurchgang gibt es eine Punktehalbierung. Und dann wird es ein harter Kampf für die, die es nicht schaffen unter die ersten Sechs zu kommen. Womöglich auch für Hartberg – oder Rapid. Dann möge der Kampf der Gladiatoren beginnen. Und da passt das Wort „Arena“ dann doch irgendwie…

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Autor: Rudolf Tilg

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