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Licht am Ende des Tunnels?

Seit ziemlich genau einen Monat steht alles still. Ruht nicht nur der Fußball, sondern die Geschwindigkeit und das Treiben unseres Lebens. Nichts ist mehr so wie es war und es könnte noch dauern, bis wieder einigermaßen Normalität einkehrt. Ist es in Anbetracht dieser Ereignisse überhaupt angebracht, unseren Fußball ins Spiel zu bringen?
Ich glaube doch, denn die Vereine und ihre Fans sind ebenso betroffen, wie andere Bereiche. Von der letzten Klasse, bis zur Championsleague. Vom Fußballkindergarten bis zu den Damenmannschaften. Einen kleinen Einblick versuche ich hier zu geben

 

Die Pandemie

Die Welt steht still. Rund um den Globus herrscht die Corona Pandemie. Und das Ausmaß dieser Katastrophe kann eigentlich nur erahnt werden. Genaue Zahlen wird man nie erfahren. Selbst in zivilisierten Staaten dürften die Zahlen der verstorbenen und infizierten Menschen bei weitem nicht stimmen, die Dunkelziffern viel höher sein. Wie sieht es dann erst in Ländern mit einer verarmten Bevölkerung aus? Die Wirtschaft steht zu einem großen Teil überall still. Die Grenzen sind versperrt. Die größte Katastrophe seit den beiden Weltkriegen. Aber noch schlimmer als beide Kriege zusammen, dürfte ebenfalls ein Virus gewütet haben. Die Spanische Grippe vor 102 Jahren. Das dürfte Warnung genug sein.

Hoffnungsschimmer

Der Corona Hotspot Österreichs war das Fremdenverkehrsland Tirol. Am Sonntag gab es in unserem Bundesland zum ersten Mal keinen einzigen Neuinfizierten. Entwarnung? Sicher nicht, aber ein Hoffnungsschimmer. Aber wie wird es weitergehen, wie geht es mit dem Fußball weiter?
Letzte Woche hatte die Bundesliga, wie auch der ÖFB seine Videokonferenzen. Wer sich aber genaue Informationen erwartet hat, der wurde enttäuscht. Sicher ist nur, dass der Amateurfußball ruht. Wahrscheinlich bis zum Herbst. Bundesliga und der Cupfinalist Austria Lustenau dürfen in Kleingruppen wieder trainieren. Es ist geplant ab Mitte Mai beginnend mit dem Cupfinale den Ball wieder rollen zu lassen. In beiden Profiligen. Aber warum darf dann nur die oberste Liga trainieren? Verstehe wer will.

Nur der Geist darf jubeln

Das ist zwar ein Hoffnungsschimmer, aber eben ein sehr kleiner. Den Vorteil den man davon hätte, unsere junge Mannschaft könnte wichtige Spielpraxis sammeln. Das wäre wichtig für die Entwicklung der Mannschaft. Kommt es wirklich soweit, darf im Stadion allerdings nur ein Geist jubeln. Zuschauer werden mit Sicherheit keine zugelassen werden. Mein Gott, bin ich froh, dass wir in Lustenau aus den Cup ausgeschieden sind. Man stelle sich vor, im erstes Cupfinale seit 19 Jahren mit unserer Beteiligung zu stehen und man muss daheimbleiben. Ein Graus. Geisterspiele sind wie klare ungewürzte Suppe, die man mit einer Gabel essen muss.
Aber so weit ist es noch lange nicht. Starten beide Ligen wird es hohe Auflagen geben. Dazu gehören auch Tests ob jemand mit „Sars2 Cov“ infiziert ist, oder nicht. Und das vor jedem Spiel. Wer soll denn das bitte bezahlen und was ist erst, wenn einmal jemand positiv getestet werden sollte?
Es fehlen den Vereinen ja sämtliche Einnahmen und die Tests sind teuer. Dann würde es wohl bei so manchen Vereinen noch lauter „Krachen“ als es ohnehin durch die Krise schon tut. Die Bundesliga hat Fernseheinnahmen, aber in der zweiten Liga sind die kaum der Rede wert. Abwarten und Burger essen.
Und wird alles abgebrochen, dann wird es erst richtig lustig werden. Bricht man nur die zweite Liga ab gibt es laut einem Rechtsgutachten keinen Auf und Absteiger in und aus der Bundesliga. Damit nimmt man auch der Qualifikationsrunde komplett die Spannung und der Tabellenführer der 2. Liga (Ried) hat schon angekündigt, da sicher den Klageweg zu gehen.

Wie geht’s uns Fans damit

Schwierig, sehr schwierig. Fußball ist weit mehr als neunzig Minuten Sport. Man schließt soziale Kontakte. Es ist weit mehr als nur ein Hobby. Für viele stellt der Fußball eine Ablenkung vom Dauerdruck des Alltags und von persönlichen Schicksalen und Leiden dar. Außerdem ist er unsere Leidenschaft, unsere Liebe. Dass alles auf unbestimmte Zeit still steht, ist sehr bitter!
Die „TIVOLI NORD INNSBRUCK“ war nicht untätig. In einer beispiellosen Sammelaktion für unsere Freunde aus Bergamo (BERGAMO MOLA MIA) wurden insgesamt 57 085,64 Euro gesammelt. Das ist sensationell. Zumal unsere Fans ja schon im Sommer an die 120 000 Euro für das „Spiel gegen die Zeit“ gegeben haben. Außerdem hat man auch zur freiwilligen Hilfe in der Corona Krise aufgerufen. Und laut meinen Informationen haben einige diesen Weg auch beschritten. Danke!

Virtuelle Spiele

Gibt es keinen Fußball, macht man es eben virtuell. Einige Vereine haben unser „Spiel gegen die Zeit“ jetzt auch für sich gefunden. Und es gibt Spiele und Challenges im Netz, welche sich um Fußball drehen.
Auch das Quatschen bei Konferenzen vor den Bildschirmen wurde vermehrt entdeckt. Neben den Mitgliedern meines ehemaligen Fanclubs, hat sich auch unsere Gruppe aus Schwaz und Umgebung dazu entschlossen. Pünktlich zu jedem Spieltag trifft man sich im Netz. Mit Fanutensilien und Getränken. Plaudert, singt, macht Spiele und feiert danach natürlich jeden „virtuellen“ Sieg. „Als ich noch ein kleiner Bub war….“ Eine nette Sache und zur Nachahmung empfohlen!
Auch der FC Wacker Innsbruck hat sich wieder etwas einfallen lassen. Da wird man demnächst als Trainer seine Wunschelf zusammenstellen können. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Lasst euch überraschen!
Also haltet durch und die Ohren steif. Wir sehen uns sicher wieder!
Ich sags euch, wie es ist. Ich kann es kaum mehr erwarten!
Und für unsere Freunde aus der Lombardei „MOLA MIA, Fratelli e sorelle resistono!“

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Autor: Rudolf Tilg

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