Im Herzen nie allein – für Stadt und Verein
Hardigatti, wie lange dauert diese Winterpause noch? Am 15. November 2025 lautete die Devise letztmalig: „Gemma Wacker schaugn“. Bis zum 14. März dieses Jahres (Sportzentrum Seekirchen) müssen wir uns noch gedulden. Die Mannschaft absolvierte am Sonntag in Straßwalchen einen Test gegen Dynamo Budweis. Außerdem beendete der „Soli-Bazar“ der Tivoli Nord in Innsbruck die Spendenaktion „Alle zammen stehen wir“ für den Verein für Obdachlose.
Sportliche Herausforderung
Der sonntägliche Test um 12 Uhr mittags gegen den tschechischen 2. Ligist Dynamo Budweis ging mit 1:3 verloren. Rami Tekir erzielte die frühe schwarz-grüne Führung (6.). In einem hervorragenden Testspiel führten schließlich zwei Strafstöße zur Entscheidung dieser Begegnung zugunsten der tschechischen Mannschaft. Kaum jemand zweifelt an dem Aufstieg der Innsbrucker in die 2. Liga. Trotzdem ist es noch nicht vollbracht! Auch wenn theoretisch sogar der zweite Platz reichen würde, man muss zuerst seine Hausaufgaben machen. Erst wenn man rechnerisch durch ist und der Aufstieg wirklich nicht mehr zu nehmen ist, erst dann kann man sich sicher sein. Wie schon in den letzten Jahren, wird auch in den kommenden Monaten jeder einzelne Gegner über sich hinauswachsen, wenn es gegen den FCW geht. Das ist auch gut so, denn nur so wird unsere Mannschaft gefordert bleiben. Die Spieler müssen fokussiert auf ihre Aufgabe bleiben und wir Fans werden in einigen Spielen länger geduldig bleiben müssen, als uns lieb sein kann. Die Tür in Richtung Rückkehr in den Profifußball steht sperrangelweit offen. Die letzten Schritte dorthin werden herausfordernd, aber solange wir nicht durch sind, ist das Zeil auch nicht erreicht.
Aller guten Dinge sind drei
Bislang ist den Schwarz-Grünen zweimal der Aufstieg aus der Regionalliga West in den Profifußball gelungen. Legendär war sicher der Aufstieg von 1964 direkt in die Staatsliga. Das Aufstiegsrennen in die österreichische Eliteliga verfolgten nicht weniger, als 4.464 Zuseher im Schnitt. Ferner verzeichnete der FC Wacker Innsbruck in der Staatsliga einen bemerkenswerten Zuschauerschnitt von 10.269 Zuschauern. Auch ohne Tribünen Nord und Süd wurde der fünftbeste Zuschauerschnitt der wackeren Geschichte erreicht. Zu dieser Zeit bin ich mit meinem Laufwagerl noch durch das fünfhundert Jahre alte Bauernhaus hoch über der Silberstadt Schwaz gedüst.
Der Aufstieg aus der Regionalliga West im Jahr 2003 ist nach wie vor in guter Erinnerung. In Wien-Schwechat hat sich damals Folgendes zugetragen. Nach dem 0:0 am Tivoli in der Relegation gegen den SV Schwechat vor 14.000 Zusehern, ging es an einem Donnerstag in den Osten Österreichs. Heiß ging es zu. 36 Grad Celsius im Schatten zeigten die Thermometer. Die Klimaanlage im Bus hatte gegen diese Hitze kapituliert und es gab zusätzlich einen 28 km langen Stau aufgrund mehrerer Unfälle rund um Wien. Bis zum heutigen Tage ist mir unbegreiflich, wie wir es dennoch schafften pünktlich zum Anpfiff (vor 9000 Zuschauern) zu erscheinen. Kaum waren drei Minuten gespielt, erzielte Wacker-Legende Sammy Koejoe die Führung. Frenetisch wurde dieses Tor gefeiert. Die überwiegende Mehrheit des Publikums war im Lager der Innsbrucker. Der Endstand lautete schließlich 3:2 und bleibt für immer unvergessen. Wird es am 13. Juni dieses Jahres, zum Ende der Regionalliga West-Saison, ähnlich enthusiastisch? Viele von damals sind immer noch dabei. Weil: “ Im Herzen nie allein-für Stadt und Verein.“

SoliBazar am Samstag
Was war denn das für ein herrliches Wetter am vergangenen Wochenende? Eines zum im Bett bleiben. Am Samstag begleiteten mich dichte Nebelschwaden, Regen, Schnee und Kälte bis zur Innsbrucker Sill. Unmittelbar an dem Gelände vorbei, auf dem sich einst das traditionsreiche Tivolistadion befand. In Gedanken seh ich es dort noch heute stehen. Dann links entlang der Sill, wo einst das Gasthaus „Tivoli“ dem Areal und somit dem legendären Stadion den Namen gab. Schon im Jahr 1913 wurde am Areal des alten Tivolis Fußball gespielt. Im Jahre 1922 wurde dort eine Infrastruktur geschaffen, die sich aus einer Zuschauertribüne und zugehörigen Gebäuden zusammensetzte.
Unweit davon veranstaltete die „Tivoli Nord“ in St. Bartlmä ihren „SOLIBAZAR“. Den Abschluss Ihrer Spendenaktion zugunsten des „Vereins für Obdachlose“. Alte und neue Fanartikel wurden ebenso feilgeboten wie Handgemachtes, Nostalgisches und das ein oder andere kulinarische Highlight durfte auch nicht fehlen. Trotz der winterlichen Temperaturen hat dieser Samstag mein Herz erwärmt. Endlich wieder ein Tag in Schwarz-Grün. Vor der Halle 5 herrschte heftiges Schneegestöber. Dort befanden sich die Zillertaler in ihrem Element und offerierten Krapfen, die nach ihrem Tal benannt sind. Die Sektion Zillertal ist wahrlich kein neuer Fanclub, sondern langjährige beste Kumpels. Mit ihnen bin ich einst sogar im Fieberwahn eines Mitfahrers (Insideranekdote) schon mal an Erpfendorf entlanggefahren. Nun ist die Sektion offiziell unter das Dach der „Tivoli Nord“ gekommen.
Eine Liebe, ein Verein und das schon seit Jahrzehnten. Es wurde gekämpft, gebangt und gehofft. Ich werde den Sager unseres Vorsängers Mike G. nach dem Marsch für ein Weiterbestehen des FC Wacker Innsbruck zum „Goldenen Dachl“ in die Altstadt im Mai 2022 nie vergessen. „Der Verein hat nichts mehr. Nicht einmal Schuhe und Dressen, die ihm gehören. Aber er hat uns! Wir haben uns! Alle zammen stehen wir!“