Unten
Also mal das Wichtigste für alle vorneweg: Mötz-Simmering wird heikel und für ganz schön viel Emotion sorgen, da war Simmering-Kapfenberg ein Lercherlsch… also, ein Klacks dagegen. Es geht aber nicht ums Verschieben von Abwehrreihen, sondern um das von Autoschlangen. Auf der Inntalautobahn. Der Abschnitt zwischen Mötz und der Galerie Simmering wird saniert werden, Brücken und Fahrbahn erneuert, Entwässerung und Wildschutzzäune errichtet. Die A12 wird auf eine Spur pro Richtung verengt, bis Dezember. Man sollte keinen Stress haben. Gut, dass die Kicker von Silz/Mötz bald nicht mehr so viel rumfahren werden müssen.
Eine Liga runter
Zumindest ab Sommer. Denn bis dahin geht es noch frisch-fröhlich weiter in der Regionalliga Tirol. Und im Cup. Aber nur mehr bis dahin. Wir erinnern uns zwei Jahre zurück: Wacker rockt die Tirol Liga, wird Meister, steigt auf. Neue Gesichter, neue Gegner warten – und einer davon ist die Spielgemeinschaft Silz-Mötz, der Absteiger aus der Regionalliga West. Nicht, weil man sportlich nicht mithalten konnte. Im Gegenteil: Die Oberländer treffen in 30 Spielen 76mal, sind die zweittorgefährlichste Truppe, nur die Violetten aus Salzburg übertrumpfen sie dabei. Und auch die 47 erreichten Punkte sind aller Ehren wert und ergeben Rang 7 von 16. Verzeihung, ergäben. Denn Silz/Mötz hat entschieden, kleinere Brötchen backen zu wollen. Freiwilliger Abstieg, lange angekündigt – und dennoch im Frühjahr keinen Deut nachgelassen. Das sollte man im Auge behalten, denn allzu gerne erinnert man sich bei Silz/Mötz nur an die Begegnungen im vergangenen Jahr. Nicht wirklich das beste in der Vereinsgeschichte. Der Umbruch, den der Abstieg mit sich brachte, konnte nicht wirklich kompensiert werden, das Tabellenende wurde zur Heimat in der Regionalliga Tirol. Ein Jahr zum Vergessen. Mit Auftritten, die man ebenfalls am liebsten aus dem Gedächtnis streichen würde. Also im Oberland, aber sicher nicht Bright Owusu. 26 Tore schoss er im vergangenen Jahr in 24 Spielen – 8 davon in den beiden Auftritten gegen Silz/Mötz. Beim ersten, dem 5:0 am Tivoli, netzte er zweimal ein in den 30 Minuten, in denen er am Platz stand. Was für ein Glück für das Tabellenschlusslicht, denn als Owusu im letzten Spiel des Jahres 90 Minuten lang dem Leder nachjagte, traf er gleich sechsmal, 0:10 lautete das Endergebnis.
Aufs Spielfeld runter
Davon ließ man sich allerdings unterhalb des Mieminger Plateaus nicht beunruhigen. Vor allem, weil man trotz roter Laterne nicht den Weg nach unten antreten musste und auch heuer wieder in der Regionalliga Tirol auflaufen darf. Dabei wollte man doch nach unten, dort mehr Eigenbauspieler einlaufen lassen. Davon waren nicht alle überzeugt, zu schön war es am Tivoli. Für Noah Glantschnig etwa, den Oberhofener. Im vergangenen Jahr mit zwei Treffern in 22 Spielen, ließ ihn im heurigen Jahr die Sehnsucht nach dem Rasenviereck Tirols schlechthin nicht los. Und so entschloss er, statt gegen die Juniors aus Wattens gegen die Kampfmannschaft aufzulaufen. Wobei, es ist ihm vielleicht nicht wirklich um die WSG gegangen, sondern so wie rund 15.700 anderen um den Gegner. Das weiße Ballett, das beinahe vom Platz gegangen wäre, weil immer wieder Besucher von den Rängen am Spielfeld zugegen waren. Flitzer mag ich nicht sagen, denn ein Flitzer hatte früher mal wenig an und nicht noch ein Smartphone in der Hand. Ein Foto gabs, Likes und Fame. Aber halt auch einen Verweis aus dem Tivoli. Gut, dass das kommende Spiel nicht dort stattfindet – man hätte glatt überlegen müssen, ob man nach einem Rauswurf als Zuschauer als Spieler wieder auflaufen dürfte.
Ganz nach unten
Denn der Winter hat das Oberland noch im Griff. Oder halt zumindest den Sportplatz. Nicht spielbereit. So wird das Cupspiel gegen Wacker Innsbruck nicht im Innstadion Mötz, sondern in der Unteren Lend in Hall stattfinden. Da trifft dann der Tabellenführer der Westliga auf einen Mittelständler der Regionalliga Tirol. Der in diesem Jahr alle sportlichen Ziele erneut über Bord geworfen hat. Denn während man im vergangenen Jahr als Letzter die Klasse hielt, steht man derzeit als Achter auf dem Abstiegsplatz. Mehr noch – die Mannschaft wird es kommendes Jahr nicht mehr geben. Dem Wunsch, die erste Kampfmannschaft komplett aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen und nur noch in der 1. Klasse West, also dort aktiv zu sein, wo derzeit die Schwarz-Grünen Juniors von der Tabellenspitze lachen, wurde im Fußballverband stattgegeben. Der zweite freiwillige Abstieg, diesmal vollständig. Wer jetzt allerdings glaubt, dass sich die Mannschaft nach Bekanntwerden – man erfuhr es nicht vorab vom Vorstand, wohlgemerkt – zerbröselt, der wird überrascht sein. Fast vollständig blieb man zusammen und wird, wie bereits vor zwei Jahren, bis zum Schluss gemeinsam kämpfen, auch wenn es als Team um nichts mehr geht. Also außer um einen Erfolg für die Ewigkeit im Tirol-Cup. Da könnte es dann unangenehmer werde für den Gegner als vorab angenommen. Trotzdem, auch im Cup soll´s aus unserer Sicht für Silz/Mötz nach unten, aber für Wacker Innsbruck nach oben gehen.
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