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Schwarz-grüner Feiertag am Tivoli

Freitagabend unter Flutlicht und der FC Wacker Innsbruck. Diese Kombination scheint offenkundig miteinander zu harmonieren. Infolge ausgedehnter Warteschlangen an den Zugängen zum Innsbrucker Fußballtempel verzögerte sich der Anpfiff des Stadtderbies gegen die SVG Reichenau um zehn Minuten. Ein unvergesslicher Freitagabend sowie ein 4:0-Heimsieg des FC Wacker Innsbruck begeisterten 4.278 Zuschauer. Und dann gab es da auch das Ergebnis der Spendenaktion…

Feste soll man feiern, wie sie fallen

In der Geschichte des FC Wacker Innsbruck gab es Begegnungen, bei denen das Tivoli bereits zwei Stunden vor Spielbeginn vollkommen überfüllt war. Es gab aber auch Spiele, bei denen der Vereinskassier jeden einzelnen per Handschlag willkommen heißen konnte. Selbst unter der Ägide von Ernst Happel, dem wohl renommiertesten Trainer des Landes, war in seiner ersten Saison am Tivoli im Vergleich zu den vorangegangenen Spielzeiten ein signifikanter Rückgang der Zuschauerzahlen zu verzeichnen. Ein Auf und Ab, wie Tirols Landschaft. Der FC Wacker Innsbruck spielte vor der heurigen Saison in seiner Historie fünfmal in der Regionalliga West. Im Zeitraum von 1960 bis 1964 belief sich der Zuschauerdurchschnitt der Schwarz-Grünen auf eine Spanne von 2.800 bis 4.464. In der RLW Saison 2002/03 lag der Schnitt am Innsbrucker Tivoli bei 3.437. Dazu kommt aber die Relegation gegen den SV Schwechat mit 14.000 Zuschauern. Eine vergleichbare Zuschauerresonanz verzeichnen wir in der laufenden Saison in der Regionalliga West. Mit dem ÖFB-Cupspiel gegen den SK Rapid läge der Zuschauerschnitt bis dato bei über 5.000 pro Match. 

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Die Reisen durch Tirol und ab dieser Spielzeit auch in die angrenzenden Bundesländer haben sich als lohnenswert erwiesen. 4.278 Zuschauer beim Innsbrucker Stadtderby gegen die SVG Reichenau können sich mehr als sehen lassen. Jedoch hat sich auch hinsichtlich anderer Aspekte in Bezug auf das Interesse am traditionsreichen, schwarz-grünen Verein aus Innsbruck ein Wandel vollzogen. Die Abrufzahlen der Beiträge, Fotografien und Videos sind rapide angestiegen und haben sich um ein Vielfaches erhöht. Die vorherrschende Stimmung ist durchweg positiv, und die Atmosphäre im Stadion lässt sich nicht mehr mit derjenigen aus längst vergangenen Zeiten vergleichen. Denn die zuvor vorhandene Anspannung des Publikums hat sich merklich reduziert. Die Mitgliederzahl des FC Wacker Innsbruck ist wieder auf 1.627 angewachsen. Wir sollten nach dieser Saison die obligatorische Zahl von 1913 Mitgliedern erreichen. Der Tiroler Traditionsklub ist auf einem guten Weg. Aber noch längst nicht am Ziel. Kaum wer zweifelt noch wo die Reise hingehen wird. In der Folge wird sich erweisen, ob unser eingeschlagener Pfad von Erfolg gekrönt sein oder ob er sich doch beschwerlicher gestalten wird. Es bleibt abzuwarten, ob das geneigte Publikum neben seiner Begeisterungfähigkeit auch die erforderliche und somit essenzielle Geduld aufzubringen vermag. Wir erinnern uns an das ständige Auf und Ab unserer Zuschauerzahlen. Es hat sich jedoch unmissverständlich gezeigt, welch große Loyalität die schwarz-grüne Familie immer wieder von neuem hervorrufen kann.

Freund und „Feind“ genossen das Stadionerlebnis

Das herrliche Frühlingswetter konnte am Freitag wahrhaft genossen werden. Das war am Nachmittag. Aber am Abend wurde aus dem Tivoli ein Eiskasten. Das dürfte nicht nur ich unterschätzt haben. Dazu bin ich am Tivoli mit der Tür, beziehungsweise dem großen Tor am Nord-Mundloch, regelrecht ins Stadion gepurzelt. Hilfsbereite Schwarz-Grüne waren schnell zur Stelle. Man hat nicht immer den besten Tag. Aber dazu komme ich später noch. Gefolgt ist dem wegen großen Andrangs ein verspäteter Anpfiff des Innsbruck-Derbies und ein Wacker, der sich danach im ersten Durchgang erneut schwer getan hat. In der Halbzeitpause kam es auch zur Scheckübergabe der Spendenaktion der Tivoli Nord zugunsten des Obdachlosenvereins. Es wurde die bemerkenswerte Summe von 21.030 EUR (!) gesammelt. Davor kann man nur den Hut ziehen und Danke sagen!

Foto: Tilg

Noch hatten nicht alle ihre Plätze eingenommen, als die Schwarz-Grünen kurz nach Wiederanpfiff den viel umjubelten Führungstreffer erzielten. In dieser Tonart ging es weiter. Was vor der Pause noch schwerfällig gewirkt hat, ging jetzt leichter von der Hand. Die Beine des Gegners wurden aufgrund der Doppelbelastung (drei Spiele innerhalb von sechs Tagen) immer schwerer. Der 4:0 Sieg der wackeren Ballesterer war schon beinahe die logische Folge davon. Und das frenetisch angetrieben von 4.278 Schwarz-Grünen. Ein Flair und ein Spiel zum Genießen. Dies taten sowohl die Anhänger des heimischen Lagers als auch jene der Reichenauer. Die Wirkungsstätten beider Vereine liegen lediglich zwei Kilometer von einander entfernt. Gleichwohl zeigten sich auch die Akteure des „Stadtrivalen“ abermals von der beeindruckenden Atmosphäre, welche die Anhängerschaft des FC Wacker Innsbruck erzeugte, angetan. Den Einsatz der Exekutive bei diesem „Hochrisikospiel“ kommentiere ich gar nicht. Dieser reichte bis in die Katakomben des Tivolis. Ohne Worte. Die Gründe hierfür kennen alle. Aber es wäre auch ohne dessen (in Hinblick auf die 2. Liga) nicht viel anders gekommen. Aber es wird (längst nicht nur in Innsbruck) die Rechtfertigung zu derartigen Polizeieinsätzen am Silbertablett geliefert. Da darf sich dann auch niemand wundern. Trotzdem wäre ein derartiger Einsatz bei einem Spiel, wo der „Stadtrivale“ sogar Mitarbeiter des FCW in seinen Reihen hat, wohl ein gefundenes Fressen für Satiriker. Gute Nacht… 

Neuer Fanclub

Denjenigen, die am Spieltag ihre Aufmerksamkeit der Nordtribüne zuwandten, dürften zwei neue Transparente ins Auge gefallen sein. Die Sektion Zillertal kennt man schon lange. Und einige davon waren meine langjährigen Fanclubkollegen bei den „Ifuriosi.“ Einem davon gebührt nun eine besondere Gratulation und die Übermittlung von Glückwünschen. Marco ist Papa geworden. Die Zillertaler sind nun eine Sektion des Fanclubs „Unterland.“

Foto: Tilg

Das zweite neue Transparent gehört zum „Fanclub westliches Mittelgebirge“. Der im vergangenen Herbst gegründete Wackerfanclub möchte mehr Menschen für Schwarz-Grün begeistern. Im Tiroler Oberland keine Mission Imposibile. Aus diesen Regionen hatten wir schon früher eine überaus treue Anhängerschaft.

Foto: Schönherr

Persönliche Schlussworte

Inwieweit meine aktive Mitwirkung aufrechterhalten werden kann, entzieht sich gegenwärtig jeglicher Prognose. Das Verfassen von Texten sowie die Fotografie bereiten mir unverändert großes Vergnügen und stellen eine Art kognitives Training dar. Ferner unternehme ich alles, was der Seele guttut. Dazu gehört der Fußball und meine Enkel/meine Familie. Die letzte Zeit war aber gesundheitlich weniger gut. Leider auch der Freitag. Aber bei eisigen Temperaturen gab es auch viel wärmenden Sonnenschein. Ich glaube, meinem Enkel Raphael wird die Aufmerksamkeit seinem Opa gegenüber gar nicht zugetraut. Der Kleine passt eher auf mich auf, als ich auf ihn. Und was tut der Seele besser als mitten im Kreise seiner Familie zu sein? Der FC Wacker Innsbruck ist meine zweite Familie. Jede Begegnung ist eine Bereicherung. Im Bereich des Fußballs und speziell beim FC Wacker Innsbruck.

Fotos: Rudolf Tilg, Daniel Schönherr

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Autor: Rudolf Tilg

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