Skip to main content

Pinzgauer

Jeder denkt da ein bisschen anders. Wenn ich „Pinzgauer“ höre, fühle ich mich schon wieder von oben bis unten durchgeschüttelt. Und denke an Olivgrün, nicht Blau-Weiß. Die kleinen, extrem geländegängigen, aber nicht gerade bequemen Allradvehikel von Steyr-Puch, die uns 18-Jährige in Uniform den Berg rauf brachten. Fragt man Siggi, werden seine Augen leuchten. Denn er liebt Noriker, die Kaltblüter, die riesengroßen Pinzgauer Pferde, die dem Fahrzeug den Namen gaben. Und Ludwig würde wohl eher an seine Kühe im Stall denken. Fast 200 Jahre alt ist diese Rasse, in der Lungauer, Pongauer, Mölltaler, Brixentaler, Berchtesgadener und noch ein paar andere aufgegangen sind. Naja, von der Mischung her ganz passend für die anderen Pinzgauer, die Einwohner, die uns am Oberlauf der Salzach und Saalach begegnen.

Geliebte Pinzgauer

Fragt man Stefan Lorenz, werden ihm bei „Pinzgauer“ wohl die Saalfeldener in den Kopf kommen. Dabei hat er ja grundsätzlich eine etwas durchwachsene Bilanz gegen sie. Im ersten Aufeinandertreffen stand der Werdenfelser nicht einmal im Kader, 2017 war das bei FCW II. Im Imster Dress setzte es eine Niederlage und ein Remis gegen die damals unter den Besten platzierten Salzburger. Warum er sich trotzdem gleich an die Pinzgauer erinnern wird, ist das Spiel im vergangenen August. Die Saalfelden Arena war gut gefüllt, und Lorenz voller Energie, wie die gesamte Mannschaft, die von Beginn an drückte. Der einzige aber, der an diesem Tag scoren konnte, war Stefan. Nachdem Adrian Lechl schon zuvor selbst den Abschluss gesucht hatte, war er in der 26. Minute Vorbereiter und servierte Lorenz das 1:0 auf den Kopf. Und 10 Minuten später konnte Wackers Nummer 7 einen Heber von Scholl verwerten. Zwei Tore in einem Spiel, die ersten in dieser Saison. Lorenz traf in den folgenden Spielen gegen Wals und Kitzbühel noch je einmal, die Hälfte seiner Saisontore gehen aber auf das Spiel gegen die Pinzgauer zurück.

Meist geliebte Pinzgauer

Die Spiele gegen den kommenden Gegner waren für Innsbruck zumeist eine große Freude. Also für die verschiedenen Inkarnationen des einen gegen die Inkarnationen des anderen. Der FC Wacker warf im ÖFB-Pokal 1994/95 den ESV Saalfelden mit 2:0 bereits in der Vorrunde aus dem Bewerb. Zwei Jahre später traf man in der Regionalliga aufeinander, bei Wacker hatte der Sparstift die Mannschaft jedoch völlig ausgetauscht. Also beinahe völlig, nur Robert Auer, der als Spielertrainer fungierte, blieb zurück. So setzte es gegen den ESV zwei Niederlagen – nicht immer war der Pinzgau eine Freude. Etwas besser machten es zwischen 96 und 98 die Amateure des Innsbrucker Bundesligisten, die den ESV in vier Spielen dreimal besiegten und einmal remisierten, Gesamtscore 13:4. Als ab 2011 Pinzgau und Wacker in ihrer heutigen Ausformung erstmals aufeinandertrafen, waren es in der Regionalliga West die Zweier der Innsbrucker, die in 12 Partien neunmal als Sieger vom Platz gingen, nur zweimal eine Niederlage mitnehmen mussten – beide in der Saison 14/15, die für die Schwarz-Grünen zwar einen Rang vor Saalfelden, aber doch weit unten in der Tabelle endete. Dennoch kann sich der Gesamtscore von 33:11 durchaus sehen lassen. Toptorjäger des Duells: Michael Simic und Manuel Gstrein mit jeweils vier Treffern.

Pinzgauer Träume

Adonis Spica, der derzeitige FCPS-Trainer, hatte im Winter nach einer etwas verkorksten Herbstsaison zum Angriff auf die einstelligen Tabellenplätze ausgerufen. Nicht gerade mit Erfolg. Gegen Wals rettete man ein Remis, um in der Runde danach von Kitzbühel mit 4:0 überrollt zu werden. Vor allem in der Offensive hat man seine Probleme, 15 Tore in 18 Spielen stellt den zweitschlechtesten Wert der Liga dar. 8 Punkte trennen die Saalfeldner vom Tabellenschlusslicht Kufstein – genau so viele Punkte mehr würden sie aber auch auf Rang 8 heben, dem ausgerufenen Ziel bis Saisonende. Zähler gegen Wacker sind dabei aber wohl nicht fix eingeplant. Aber träumen wird man wohl dürfen…

Bild: KI generiert

Avatar photo

Autor: Stefan Weis

Dieser Text stellt geistiges Eigentum des tivoli12 magazins dar und ist somit urheberrechtlich geschützt. Um den Text, oder Teile davon nutzen zu können, setzen Sie sich bitte mit dem tivoli12 magazin in Verbindung.
Skip to content