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Fly me to the moon

Kein Aprilscherz – am Ersten des Monats ist sie abgehoben, die SLS im KSC, die dicke Trägerrakete im Kennedy Space Center, die nach einer kurzen Pause von 54 Jahren den Menschen wieder zum Mond zurückbringen soll. Nicht ganz so lange ist die Pause, die Wacker von den beiden Bundesligen eingelegt hat. Der Drang, dorthin zu kommen, wo man schon einmal war, ist allerdings ein großer. Und nicht ganz unbekannt beim kommenden Gegner, dem SV Wals-Grünau.

Let me play among the stars

Nicht, dass die Salzburger Vorstädter jetzt den größten Drang verspüren, nach oben zu klettern. Aber auf ihrem Weg treffen sie dann doch manchmal auf Vereine, die das gerne würden. Imst etwa, die im vergangenen Jahr knapp dran waren, die Luft der 2. Division zu schnuppern. Der damalige Tabellenzweite musste sich aber im April 2025 mit 3:2 geschlagen geben. Petrit Nika brachte die Salzburger mit einem Doppelpack innert 3 Minuten auf die Siegesstraße, Gerhard Brennsteiner fixierte den Dreipunkter in der 83. Minute – da halfen auch die Tore von Armin Hamzic und Paulo Rossetti nichts. Wenn man jetzt glaubte, der sportliche Gewaltakt wäre ein Geschenk an die Violetten aus der Nachbarschaft gewesen, die dadurch ihren Vorsprung in der Tabelle auf sechs Zähler ausbauen konnten, der irrt. Und zwar gewaltig. Man liebte es, zwischen den Stars und Sternchen zu spielen, mehr als den sonstigen Ligaalltag. So kam es dann auch zu Christi Himmelfahrt, wie man es sich für ein unterhaltsames Drehbuch nicht besser hätte vorstellen können. 1250 zahlende Besucher, dazu Massen von Kindern. Eine beeindruckende Choreo, Vorfreude des vermeintlich sicheren Meisters, das Stadion der Grün-Weißen aus Wals ganz in Violett-Weiß gehüllt. Doch der V-W kam ins stottern, Siegesgewissheit allein reicht nicht aus, um auch als Sieger vom Platz zu gehen. Die Walser trafen die Stange, der nächste die Querlatte, die Grünauer wirbelten vor dem Austria Tor so richtig Staub auf. Erzwangen ihr Glück durch Druck, Hands-Elfmeter, erneut Petrit Nika, 1:0, der nächste Meisterkandidat schlich mit gesenktem Haupt vom Platz an der Saalach.

Let me see what spring is like

Gut für Innsbruck, könnte man sagen, das Petrit Nika mit dem letzten Saisonende ein paar Meter weiter nach Grödig wechselte. Es hatte irgendwie gekriselt zwischen Verein und Spieler, ein Wechsel logisch. Und Innsbruck konnte im Herbst in seiner Abwesenheit einen ungefährdeten 5:0-Heimerfolg einfahren. Schon zur Pause war es durch Treffer von Tekir, Kopp, Yilmaz und Lorenz klar gewesen, wohin sich die Partie entwickeln wird. Dreizehn Minuten, die am Selbstbewusstsein der Grünauer ganz schön nagten. Vermeintlich. Die höchste Saisonniederlage, auf die man in Salzburg mit Trotz reagierte, und zwar mit den höchsten Saisonsiegen, mit einem 6:3 gegen Lustenau und 4:0 gegen Pinzgau, nachdem man eine Runde zuvor noch daheim gegen Kitzbühel verloren hatte. Aber Petrit wurde in Grödig auch nicht glücklich, in Grünau vermisste man ihn trotz der markanten Siege, und so stand der verlorene Sohn im Frühling wieder im Grün-Weißen Kader. Mehr noch, am Spielfeld. Beim 2:4 auf der Birkenwiese konnte er sich noch nicht mit Treffern bemerkbar machen, das holte er aber beim bislang einzigen Punktegewinn des Jahres für die Grünauer nach. Sein Treffer gegen Pinzgau bescherte Wals das Remis, „es fühlt sich für mich wieder wie zu Hause an“ – und wer sich wohl fühlt, kann gefährlich werden.

In other words

Mit anderen Worten – nebenbei der Originaltitel des Bart-Howard-Klassikers „Fly me to the moon“, den Frank Sinatra 1964 so richtig berühmt machte – mit anderen Worten, Wacker darf gewarnt bleiben. Die Freundlichkeit der Andi-Bammer-Einladung, des ganzen wunderbaren Spieltages, des Nachwuchs-Vorspiels, Hüpfburgen, Kuchen und Grillstation sind einzigartig schön. Am grünen Rasen werden aber keine Freundlichkeiten ausgetauscht werden. Das haben schon die Auftaktpartien der Innsbrucker gezeigt, der glückliche Punktegewinn daheim. Und das zeigten auch die Auftritte der Grünauer in der vergangenen Saison, wenn Meisteraspiranten lächelnd ihr Stadion betraten…

Image by Pexels from Pixabay

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Autor: Stefan Weis

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