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Wie man für Spannung sorgt

Kennst du die Perle – die Perle Tirols? Das Städtchen Kufstein kennen Schwarz-Grüne sehr wohl. Im Rahmen der 15. Runde der laufenden Regionalliga West-Meisterschaft gastierte der FC Wacker Innsbruck im Herbst in der Festungsstadt und ging aus dieser Begegnung als souveräner 2:0-Sieger hervor. Am Dienstagabend im Achtelfinale des TFV-Cups erinnerte lediglich das idente Sauwetter an den souveränen Spielausgang vom Herbst. Der FC Wacker Innsbruck musste nachsitzen…

Eine Schlacht

In Tagen wie diesen sollte man mit Ausdrücken mit bedacht umgehen. Aber unter der Festung Kufstein fand am Dienstag eine Cup-Schlacht statt. Anders kann man das Geschehen im Grenzland zum „wilden Westen“ nicht bezeichnen. Diese Spannung und Dramatik erinnern mich an den Lieblingsautor meiner Jugendzeit. Da habe ich die Erzählungen von Karl May regelrecht gefressen. Wenn ich nur aufhören könnt… Aber was geschah im Grenzland? In der regnerischen Prärie des Unterlandes waren keine abgrundbösen Schurken zu sehen. Auch keine vom Aussterben bedrohten Indianer. Dennoch waren die Gesänge des Pueblos im Grenzlandstadion weithin zu vernehmen. Anfänglich schien der Spielverlauf vollkommen frei von Dramatik und Spannung zu verlaufen. Wackers Perle Bright Owusu leitete in der 24. Minute vermeintlich das Ausscheiden der Perle Tirols aus dem TFV-Cup ein. In der Folge waren die Heimischen vollauf mit der Verteidigung ihrer Jagdgründe beschäftigt. Indessen wäre kurz vor Abschluss des ersten Kapitels eine aus der Ecke heranschießende Speerspitze beinahe ins Herz der Gäste eingedrungen. Mit einer 1:0-Führung für die favorisierten Innsbrucker ging es zum Pausenpalaver ins Innere des Grenzlandpueblos. Die Friedenspfeife dürfte dabei nicht geraucht worden sein.

Nach der Halbzeitpause leistete der FCK auf dem Spielfeld energischen Widerstand gegen die schwarz-grüne Überlegenheit. Und wie es in Karl Mays Romanen so Sitte ist, lassen die Helden seiner Erzählungen ihre Gegner ungeschoren. Um dann selbst in die ärgste Bedrängnis zu kommen. Wie wahr. In der 80. Minute stellte der FC Kufstein das Spielgeschehen vollkommen auf den Kopf und glich zum Erstaunen der rund 700 Zuschauer aus. Aber die Mannen aus den grün-schwarzen ( eigentlich ja schwarz-grünen) Bergen hätten sich postwendend aus den Fängen der Heimischen wieder befreien können. Durch die Mutter aller Torchancen, einen Elfmeter. 

Das Drama nahm seinen Lauf

Es sei darauf hingewiesen, dass die Schlachtgesänge von den Zuschauerrängen sowohl in den Grenzregionen des Wilden Westens als auch im gemäßigten Osten wahrnehmbar gewesen sein dürften. Den Strafstoß haben Innsbrucks Krieger kläglich vergeben. Oder wie Karl May schreiben würde: Ohne Not lässt man die Gegner am Leben. Nur Schurken töten aus Gier. Aber jetzt war es genug, vom Frieden auf dem Spielfeld unter der gespenstisch erleuchteten Festung. Beide Lager haben nun endgültig das Kriegsbeil ausgegraben. Wütende Angriffe, mal hier, mal dort. Die Kufsteiner witterten ihre Chance zur Sensation. Doch die Innsbrucker vergaben den Matchball. Schluss und aus, ein Elfmeterschießen entscheidet die Schlacht im Grenzland. 

Die ersten beiden Elfer wurden jeweils erfolgreich verwandelt. Die Innsbrucker haben dann den Ihren vergeben, und der FCK hat sicher verwertet. Die beiden nachfolgenden Schützen erzielten jeweils einen Treffer sowohl für die eine als auch für die andere Mannschaft. Der FCK scheiterte dann am Innsbrucker Schlussmann. Innsbruck schaffte daraufhin den Gleichstand. Wackers Torhüter Benjamin Ballis parierte zwar den nächsten Elfmeter der Kufsteiner. Aber wie von einer dunklen Macht gelenkt, kullerte der Ball dennoch ins Netz. Beim Manitu! Nun lag alles an Rodriguez der sicher verwertete, während ausgerechnet der Torschütze zum Kufsteiner Ausgleich scheiterte. Nun waren die einen im Freudentaumel und die anderen in den ewigen Jagdgründen angekommen. Dennoch konnten beide Mannschaften mit dem Ergebnis zufrieden sein. Welch eine Partie, welch eine Dramatik und letztendlich ein Drama für die Heimmannschaft. Karl May hätte das nicht besser verfassen können. Frenetisch und enthusiastisch gefeiert vom so zahlreich mitgereisten Anhang des FC Wacker Innsbruck. Fußball, du kannst so eine geile Sau sein. Aber bitte beim nächsten Mal Rücksicht auf unsere Nerven nehmen! Lasst uns nun Abschied nehmen. Wir treffen uns aber gegen den FC Lustenau am Sonntag um 16.00 Uhr im Innsbrucker Tivoli wieder. Bis dahin: So long! 

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Autor: Rudolf Tilg

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