Surprise, surprise
Es war ja nicht gerade ein lockeres Schaulaufen, das der FC Wacker Innsbruck im September in Lauterach zeigte. Vielleicht war man doch vom großen Namen des Sportplatzes mit zuviel Ehrfurcht umgeben – Bruno Pezzey, die wackere Legende, ziert den Namen des grünen Flecks in seinem Heimatort. Brunos Nachfolger kommen jetzt nicht gerade mit viel Erfolg, dennoch recht ungestresst nach Innsbruck.
Die Mehrfachbelastung
Zu viele Spiele in zu kurzer Zeit. Das kennt man im Fußball nur allzu gut, und das auch fern der internationalen Bewerbe. Mehr noch, für Amateure, die ihr Leben durch Arbeit abseits des Fußballplatzes bestreiten müssen, ist hier jedes Wochenende, jeder Feiertag schon eine Herausforderung, um vieles mehr noch die englischen Wochen, die bei Erfolgen in den Cup-Bewerben noch zusätzlich blühen. Wacker wird bis zum 8. Mai in 25 Tagen zwei Cuppartien und vier Ligaspiele. Lauterach hat sich schon zum Beginn der Saison für einen einfacheren Weg entschieden. Mit einem glatten 0:5 zu Hause gegen Schwaz verabschiedete man sich aus dem Österreichischen Pokalbewerb, knapp vier Wochen später ebenfalls in der ersten Runde des Vorarlberger Cups mit einem 3:0 in Röthis. Ab August konnte man sich vollends auf den Ligaalltag konzentrieren. Man hat aus dem Vorjahr gelernt, als man bis in das Viertelfinale des Landesbewerbs vorstieß und dabei als Aufsteiger recht nahe an das Ende der Ligatabelle rutschte. Davon ist man auch in diesem Jahr nicht weit entfernt – aber durch die Reformen in der dritten Leistungsstufe sind Sorgen nicht angebracht.
Die Tormannfrage
Die könnte man sich auf anderer Ebene machen, die Statistik ist ja manchmal brutal ehrlich. Etwa, wenn es um das Defensivverhalten geht. Lauterach hat bislang 55 Treffer in der Regionalliga erhalten. 2,3 Tore pro Spiel. Ein einziges Spiel konnte man mit einem Shutout beenden, Anfang April gegen Saalfelden war dies der Fall. Nur die Altacher Amateure und der FC Lustenau mussten öfter das eigene Netz aufgebauscht erleben, keine Mannschaft diesseits des Arlbergs kommt diesen Zahlen in die Nähe. Nicht einmal der Tabellenletzte, der FC Kufstein, der dem FC Wacker vor wenigen Tagen noch das Leben schwer machte. Noch böser schaut es aus, wenn man auf die vergangene Saison blickt: 72 Gegentreffer in 30 Partien, nur Röthis hatte mehr Gegentreffer, ein schlechteres Torverhältnis. Oder anders gesagt, der Meister der vergangenen Saison konnte mit all seiner Offensivkraft nicht so viele Tore erzielen wie Lauterach hinnehmen musste. Kein Wunder, dass der Tormann der Lauteracher ab kommender Saison Geschichte ist, könnte man meinen. Und sich damit täuschen. Denn während Lukas Kusche das Tor der Grün-Weißen hütet, unterschrieb er vor einer Woche bereits einen neuen Vertrag in Lochau und wird dort die Nachfolge von Sandro Eichhübl antreten, der wiederum einen neuen Platz beim FC Dornbirn gefunden hat. Auf Kusche war bislang immer Verlass in Lauterach, 152 Pflichtspiele im Erwachsenenbereich zeigen, wie groß das ihm entgegengebrachte Vertrauen war. Und immer noch ist, auch wenn man sich zusätzlich zur Defensivleistung auch noch eine Lösung für das Trikot Nummer eins einfallen lassen wird müssen.
Die Überraschungskiste
Am Tivoli, wo einst der Lauteracher Bub in der Defensive seine großen Erfolge feierte und den Weg ins internationale Geschäft ebnete, wollen nun die anderen Lauteracher zeigen, was sie denn können. Im Frühjahr war es bislang eine herzhafte Berg- und Talfahrt mit Siegen gegen Altach und Saalfelden, einem Remis gegen die Reichenau und gleich fünf Niederlagen rundherum. Was kommen wird – vier Tore wie gegen die Juniors, sechs Gegentreffer wie gegen Dornbirn – man weiß es nicht…
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