Platzverweis
Zum Maiauftakt geht es für den FC Wacker Innsbruck nach Bischofshofen. Ein letztes Mal. Denn auch wenn – und Gott behüte – so ziemlich alles daneben gehen würde in den letzten Runden, im kommenden Jahr würde man wohl nicht mehr am dortigen Sportplatz antreten. Es sei denn, man überlegt einen Spartenwechsel. Oder Ligenwechsel…
Heimvorteil verloren
Denn eigentlich ist das am Samstag nicht nur für die Schwarz-Grünen ein Auswärtsspiel. In Bischofshofen brodelte es schon lange bei den Ballaffinen, und nun hat der SC dem SK offen den Fehdehandschuh ins Gesicht geworfen. Der SK, das ist der in der Regionalliga West tätige Fußballverein, vor über 90 Jahren durch Ausgliederung der Fußballsektion aus dem Fremdenverkehrsverein entstanden. Der SC, das ist der Skiclub, der sich neben Sprunglauf und Nordischer Kombination auch mit Alpin, Turnen und Kegeln beschäftigt. Und jetzt auch dem runden Leder nachjagen will. Auf Kosten des SK. Und deshalb hat sich der SC ganz offiziell bei der Gemeinde um die Nutzung der Sportanlage beworben. Und gewonnen, mit 20 von 23 Stimmen im Gemeinderat wurde beschlossen, dass ein Skiverein ohne aktive Mannschaften das Fußballgelände übernimmt. Alleiniglich. Wenn es dieses Wort denn überhaupt gibt. Der SK, der Westligist, mit 9 gemeldeten Nachwuchsmannschaften und über 200 Kindern im Fußball und Cheerleading, hat noch bis 15. Mai Zeit, für zumindest seine Kampfmannschaft eine neue Heimat für die neue Regionalliga Nord zu finden.
Nicht wirklich auf dem Platz
Man muss jetzt also das Feld räumen. Und das hinterlässt wohl auch seine Spuren im sportlichen Bereich. Zumindest in den letzten zwei Auftritten. Im Landescup-Semifinale gegen den USC Eugendorf unterlag man mit 0:2, kam gegen den Salzburg-Ligisten nicht ins Spiel. Von Heimo Pfeifenberger perfekt eingestellt, ging der Mittelständler aus der tieferen Klasse früh in Führung und kontrollierte das Geschehen, um im Finish mit einem Heber alles klarzumachen. Und wenige Tage zuvor setzte sich Kitzbühel gegen die Pongauer durch. Mehr noch, Cheftrainer Sean Caldwell musste eine nicht eingeplante Niederlage gegen seinen Ex-Club hinnehmen. Ja, ihm fehlten so einige Stammspieler auch aus ganz privaten Gründen, dennoch hatte man sich mehr erwartet. Der Blick der B’hofener geht ja, allen Umständen zum Trotz, nach oben, Platz drei ist immer noch in Reichweite. „Wir waren heute einfach nicht auf dem Platz“ – Caldwells Aussage zum Spiel gegen die Gamsstädter trägt ungewollte Ironie in sich…
Ausziehen statt umziehen
Das Frühjahr hat gezeigt, dass Bischofshofen durchaus ein ernstzunehmender Gegner ist. Gegen St. Johann, Altach und Seekirchen ging man dreimal in Folge als Sieger von Platz und scorte gleich 10mal. Dornbirn rang man ein Remis ab, Saalfelden, Straßwalchen (Cup) und Wals wurde jeweils dreimal eingeschenkt. Die Offensive kann, wenn sie will. Und solange sie noch darf, denn bald heißt es „daheim“ am Sportplatz ausziehen statt umziehen. Und ein neuer Partner, eine neue Heimat hat sich noch nicht gefunden…