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Italienischer Flair am Tivoli

Hui, was war das? Nicht das beste Spiel des FC Wacker Innsbruck und dennoch eines der emotionalsten. Was führte der SC Imt im Schilde? Beabsichtigte er, den Tivoli im Sturm zu erobern? Und das Publikum? 4259 an der Zahl. Haben die gedacht, es ginge um die Trophäe eines internationalen Wettbewerbs? Die Begegnung zwischen dem FC Wacker Innsbruck und dem SC Imst erwies sich für den überlegenen Tabellenführer aus Innsbruck als Bewährungsprobe hinsichtlich bevorstehender Herausforderungen. Das Sahnehäubchen unter diesem Regionalliga-Spitzenduell wurde in der Nachspielzeit serviert.

Fanansturm

An die 4000 Zuschauer wurden zum Tiroler Fußballgipfel des FC Wacker Innsbruck gegen den SC Imst erwartet. 4259 wurden dann am Innsbrucker Tivoli tatsächlich gezählt. Auch aus dem Oberland reisten zahlreiche Anhänger an, um den SCI zu unterstützen. Mit zunehmender Füllung der Zuschauerränge war die auf dieses Spiel gerichtete Anspannung förmlich spürbar. Dabei war es für die Schwarz-Grünen keine leichte Aufgabe. Nach einem beinahe schon uneinholbaren Vorsprung in der Meisterschaft steht am Mittwoch um 19.30 Uhr das Halbfinale im TFV-Cup gegen den SK St. Johann an. Ziel dieses Spiels ist der Einzug ins Finale des genannten Wettbewerbs, welches ebenfalls im Tivoli Stadion ausgetragen wird. Es geht dann um ein Finale im eigenen Wohnzimmer. Aber zunächst muss man gegen die erfolgreichste RLW-Mannschaft des Frühjahrs bestehen. Es existieren Aufgabenstellungen von geringerer Schwierigkeit. 

Ein Spiel wie ein Krimi

Um es vorwegzunehmen, die dargebotene Leistung der Innsbrucker war am Freitag wahrlich nicht die beste der laufenden Saison. Vielleicht auch nicht die der Gäste aus Imst. Aber die gingen beinahe überfallsartig in dieses Spiel. Die Oberländer praktizierten vermutlich das beste Pressing, welches ich jemals im unterklassigen Fußball beobachtet habe. Und dies behagte den Hausherren gar nicht. Dadurch war der Führungstreffer der Gäste (16.) alles andere als unverdient. Und es hätte noch viel schlimmer kommen können. Zweimal rettete Aluminium den FCW vor einem weitaus höherem Rückstand. So ging es mit einem glücklichen 1:0-Rückstand in die Katakomben des Tivolis.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich zunächst ein unverändertes Spielgeschehen. Die Auswärtsmannschaft verabsäumte es, ihre Torausbeute weiter zu erhöhen und zog sich zunehmend in die eigene Spielhälfte zurück. Beflügelt durch ihre enthusiastische Anhängerschaft, demonstrierten die Schwarz-Grünen in ihrem Domizil nun zunehmend Stärke. Das Spielgeschehen verlagerte sich in den Bereich des gegnerischen Strafraums. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Imst-Spieler Christoph Eller entfalteten die Schwarz-Grünen ein nahezu erdrückendes Überzahlspiel. Im Eishockey wird dies als mustergültiges Powerplay bezeichnet. Der enthusiastisch gefeierte Ausgleichstreffer stellte die verdiente Belohnung für die Anstrengungen der Innsbrucker dar. 

Hochemotionale Entscheidung

Die Oberländer verteidigten mit Mann und Maus. Am liebsten hätten sie ihren Mannschaftsbus vors Tor gestellt. So mancher Imster litt zusehends unter „Phantomschmerzen“ um die Zeit verstreichen zu lassen. Eine Art Fallsucht grassierte unter ihnen. Man krümmte und windete sich auf dem Tivoli-Rasen. Das Geschehen wurde von einem durchdringenden Pfeifkonzert von den Zuschauerrängen begleitet. Aber nicht von überall. Mitunter waren auch „Imst-Imst-Imst“-Anfeuerungsrufe zu vernehmen. Im Tivoli herrschte eine Atmosphäre, die nicht nur in Österreichs Amateurfußball ihresgleichen sucht. Ach, wie ist das schön.

Angesichts der in den Schlussminuten unternommenen, energischen Bemühungen der Heimmannschaft, die vollständige Wendung des Spiels zu erzwingen, herrschte auf dem Tivoli eine Atmosphäre, deren Intensität sich bis zu dem Punkt steigerte, an dem die Nordkette oberhalb Innsbrucks zu beben schien. Die Imster stemmten sich mit all ihrer Kraft gegen die drohende Niederlage. Aufgrund der vielen von den Gästen erzwungenen Spielunterbrechungen waren fünf Minuten Nachspielzeit beinahe ein Witz. Aber dieser Witz blieb den Oberländern in der 94. Minute im Hals stecken.

Da half kein versuchtes Catenaccio und kein Stoßgebet zum Himmel. Okan Yilmaz eroberte den Ball an der Strafraumgrenze und spitzelte diesen unter starker Bedrängnis zu Anderson Rodríguez. Der 19-Jährige hämmerte den Ball ins lange Eck des Imster Tors. Der Tivoli stand Kopf und jetzt schien die Nordkette gar zu brennen. Oder war es doch nur die „Tivoli Nord“? Die Burschen im vorderen Bereich der Westtribüne wären aufgrund ihres überschwänglichen Jubels beinahe über das Geländer gestürzt. Wie hieß es bei meinem früheren Fanclub? „UNA GRANDE EMOZIONE.“ Alles italienisch oder was? Und dann, SIERRA MADRE (auf gut tirolerisch) aus tausenden Kehlen… Gänsehaut pur. Dennoch hätte sich dieses Spiel keinen Verlierer verdient.

Schlag auf Schlag

Der nächste Kracher am Innsbrucker Tivoli lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am Mittwoch, dem 13. Mai, um 19.30 Uhr wird der FC Wacker Innsbruck im Rahmen des TFV-Cup-Halbfinales mit dem SK St. Johann den frischgebackenen Aufsteiger in die Regionalliga West empfangen. Durch einen beeindruckenden 7:0-Erfolg über den SV Wörgl haben die Unterländer den Aufstieg in die RLW nun gesichert. Man verzeihe mir das Treten auf die Euphoriebremse. Die Unterländer verfügen in diesem Pokalspektakel über eine vorteilhafte Ausgangslage. Welche substanziellen Verluste wären im bedeutendsten Spiel ihrer bisherigen Laufbahn tatsächlich zu befürchten? Für die Hausherren aber geht es um den Einzug ins Endspiel des TFV-Cups im eigenen Wohnzimmer. Hinsichtlich des (möglichen) Finales im heimischen Wohnzimmer ist am Mittwoch mit einer elektrisierenden Hochspannung zu rechnen. 

Und am Sonntag, dem 17. Mai, folgt mein persönliches Spiel des Lebens. Der FC Wacker Innsbruck tritt in der Schwazer Silberstadtarena in unmittelbarer Nähe meines Wohnsitzes an und hat die Möglichkeit, den Aufstieg in die 2. Liga zu besiegeln. Oh, wie ist das schön. So etwas sollte nie vergehen. Fußball, ich liebe dich!

Neues aus der Nachwuchsabteilung

Die Nachwuchsmannschaften des FC Wacker Innsbruck beteiligen sich regelmäßig an hochkarätigen internationalen Turnieren. So auch unsere U12 beim Turnier des SKV Rutesheim. Bayern München, VfB Stuttgart, Karlsruher SC, SSV Reutlingen 05, FSV Mainz 05, Brøndby Kopenhagen, DJK Villingen, TSV Hoffenheim, FC Zürich, La Academia Giocafutbol (CH), TSV Murnau und unser FC Wacker Innsbruck, diese Mannschaften bestritten die Finalspiele. Darüber hinaus beteiligten sich am Turnier zum Muttertag die SGE Eintracht Frankfurt (0:1 Niederlage gegen Wacker), 1. FC Eislingen, SV Frastanz (Vorarlberg), 1. FC Köln, Racing Strassburg, Sonnhof Großbasbach, DJK Gössingen und der FC Schaffhausen. Eine beeindruckende Teilnehmerliste! Beinahe hätte sich eine vollkommene Sensation ereignet. Erst im Finale des Turniers wurde die U12 des FC Wacker Innsbruck von den Alterskameraden des FC Bayern München gestoppt. Die 0:2-Niederlage mag im ersten Moment schmerzen, doch das wackere Team kann stolz auf die gezeigten Leistungen sein. Dazu kann man nur gratulieren!

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Autor: Rudolf Tilg

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