Vom Leukental aufs Tivoli
Das Halbfinale hat es in sich. Es geht nicht gegen irgendwen, es geht gegen den Tabellenführer, den wahrscheinlichen Aufsteiger, den vermuteten Meister. Regionalliga gegen Regionalliga, für beide Finalisten. Während der FC Wacker Innsbruck die im Westen anführt, lächelt der SK St. Johann von der Spitze der Tiroler Ausgabe. Ein heißes Duell darf erwartet werden.
Neues Highlight
Für die Leukentaler hat sich in dieser Saison, vielmehr am vergangenen Wochenende schon ein Traum erfüllt. Sicher, mit fünf Runden noch zu spielen und einem Vorsprung von 7 Punkten auf den Tabellenzweiten aus Wattens ist grundsätzlich noch manches möglich, was die Meisterschaft angeht. Aber eines wird man der Hauptstadt der würzigen, langen Brühwurst nicht mehr vom Teller nehmen können: den Aufstieg. Denn der Völser SV liegt als Tabellenvierter bereits 18 Punkte zurück, und wenn Wacker den Sprung zurück in den Profifußball schafft, dann wird den St. Johannern der erstmalige Sprung in den überregionalen Fußball nicht mehr zu nehmen sein. Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte, der sich bereits im vergangenen Jahr angedeutet hatte. Damals lag man punktegleich mit dem glitzernden Nachwuchs der WSG in der Lauerposition. Und war eine von nur drei Mannschaften, die den Schwarz-Grünen Punkte abnehmen konnten. Während St. Johann beim Heimspiel im Herbst lange ein Remis halten konnte und nur in den letzten Minuten den Kürzeren zog, konnte man am Tivoli beinahe über einen vollen Erfolg jubeln. Erst Bright Owusu in der 91. Minute rette einen kleinen Zähler für die Innsbrucker.
Altes Highlight
Jetzt steht man also auf der obersten Sprosse der Leiter, die einen in die neue Westliga und zu Duellen gegen Mannschaften aus Vorarlberg bringen wird. Vorher lockt aber das Halbfinale des Tiroler Fußballcups. Und dieser Bewerb war es ja bislang, der St. Johann den größten Erfolg der Vereinsgeschichte bescherte. Einer Geschichte, die 1954 begann und im Pokalsieg 1988 seinen Höhepunkt fand. Während der FC Wacker Innsbruck Fritz Schwab als Präsidenten zurückgewann und sich „mühsam“ in der 1. Klasse Ost nach oben kämpfte, im Cup den SV Neustift im Elfern besiegte und gegen die MK ebenfalls im Elfern ausschied, gabs oben bei der alten Lizenz der Innsbrucker ein kleines Fußballwunder. Aber nur ein kleines. Gernot Langes konnte Ernst Happel als Trainer gewinnen – das sollte aber in der ersten Saison der einzige Gewinn bleiben. Supercup (gegen Rapid), Meisterschaft (der sechste Platz, hinter Vienna und Admira), Europacup (Aus gegen Sporting CP) und sogar das Pokalfinale gegen den übermächtigen Kremser SC ließen am Tivoli überschaubare Euphorie zurück. Und selbst im Kings Cup, dem thailändischen Einladungsturnier, unterlag man in der Wintervorbereitung im Finale gegen Dänemarks Olympiateam. Währenddessen durfte man im Koasastadion sehr wohl jubeln, konnte man doch den SK Zell am Ziller in zwei Spielen biegen und sich in die Siegerliste des Tiroler Cupbewerbs eintragen.
Zukünftiges Highlight
Ähnliches hat man auch heuer wieder vor, auch wenn die größte Konzentration bisher auf dem Aufstieg lag. Eine dankbare Auslosung und solide Spiele brachte die Leukentaler zum Semifinale nach Innsbruck. In Runde 1 wurde Ellmau mit 9:0 vom Platz gefegt, eine Woche später musste der SK Pillerseetal (3:0) dran glauben. Die Wildschönau mit 1:3 und Absam mit 0:3 waren auch keine große Hürde. Und so lag es am SV Reutte, St. Johann erstmals so richtig zu fordern. Bis zur 73. Minute lag man zurück, und als alles schon mit einem Elferschießen rechnete, erzielte Jakob Cunta in der 95. den Siegtreffer, der die Leukentaler auf Tivoli führte. Ein Ort, an den man sich gewöhnen will, denn nur ein Sieg trennt St. Johann vom Finale und der erneuten Rückkehr an die Sill. Dem FC Wacker Innsbruck das Finale dahoam vermießen, das nächste große Ziel…
Bild: KI generiert