Die neue Wacker-Story
Gegen Ende der goldenen Siebzigerjahre verfasste Walther Prüller die „Wacker-Story“. Zum damaligen Zeitpunkt war dem Autor nicht bewusst, in welch treffender Weise die auf dem Titelblatt der schwarz-grünen Bibel befindlichen Zeilen – Triumphe, Tore, Tränen – bis zum heutigen Tage ihre Gültigkeit bewahren würden. Jedoch gelang Wacker am Mittwoch eine gänzlich neue Geschichte. Eine weitere Anekdote aus dem Hause Wacker.
Wer hatte den größeren Rausch?
Durch einen 7:0-Erfolg über den SV Wörgl ist der SK St. Johann am vergangenen Wochenende in die Regionalliga West aufgestiegen. Nach einer deutlichen Niederlage von 0:7 schieden die Unterländer im Tivoli-Stadion gegen den FC Wacker Innsbruck aus dem TFV-Cup aus. Im Vorfeld des Cup-Halbfinales äußerten die Unterländer, dass sie nichts zu verlieren hätten. Tatsächlich haben sie in diesem Spiel Kopf und Kragen verloren. Inwieweit ihre Aufstiegsfeierlichkeiten zu einem Zustand eines Rausches geführt haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber die St. Johanner sahen sich am Innsbrucker Tivoli mit einem Spielrausch des FC Wacker Innsbruck konfrontiert. Und dem Jüngsten im schwarz-grünen Team schien das besonders geschmeckt zu haben. Mit seinem Drippelpack schoss Christopher Weinzierl die Unterländer beinahe im Alleingang auf die Heimreise. Florian Kopp, Anderson Rodriguez, Bright Owusu und Okan Yilmaz steuerten die weiteren Treffer bei. Das war vor knapp 3600 Zuschauern wohl eine Lehrstunde für die Unterländer. Die vermochten bei ihrer ersten Niederlage 2026 zwar den ein oder anderen Nadelstich zu setzen, aber die Hausherren am Tivoli hatten die Nähmaschine ausgepackt.
Und das Ganze gleich doppelt
Im Nachbarland Deutschland ist im „Pokal“ der Schlachtruf „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ an der Tagesordnung. Bei uns wäre es heuer wenig zielführend, „Innsbruck, Innsbruck – wir fahren nach Innsbruck“ zu skandieren. „Finale DAHOAM“ – wir kommen. Aber das können nicht nur die Herren für sich behaupten, sondern auch unsere 2. Damenmannschaft. Einen Steinwurf vom Tivoli entfernt, erkämpften sich das zweite Damen-Team des FC Wacker Innsbruck ebenso das „Finale DAHOAM.“ Am Besele wurden die Nachbarinnen aus Wilten regelrecht niedergerungen. Nach einer überzeugenden ersten Halbzeit und einer folglich verdienten 1:0-Führung, war nach dem Seitenwechsel ein unerbittlicher Kampf angesagt. Die Mädels brachten den Sieg über die zeit. Demzufolge stehen sich die Damen des FC Wacker Innsbruck II und die Damen des SV Telfs im Endspiel des TFV-Cups gegenüber. Am 25. Mai 2026 findet der Finaltag am Innsbrucker Tivoli zwischen den Viertplatzierten der Frauen-Tiroler Liga gegen die Zweitplatzierten der Frauen-Landesliga statt. Zweimal Wacker im Endspiel eines Cupbewerbes im eigenen Wohnzimmer. Optimale Rahmenbedingungen für eine neue „Wacker-Story“.