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Unser Stern geht immer wieder auf

Der Kater folgt in der Regel dem Rausch nach. Jedoch scheint der Trainer des FC Wacker Innsbruck, Sebastian Siller, im vorarlbergischen Hohenems das ideale Rezept dagegen gefunden zu haben. Die vergangenen Wochen befanden wir uns wohl in einem berauschenden Zustand. 

Ein wenig Abstand

Der 17. Mai ist für mich von außerordentlicher Bedeutung. Ausschlaggebend hierfür ist nicht nur die Rückkehr meines FC Wacker Innsbruck in den Profifußball an diesem Datum, die sich unmittelbar vor meiner Haustür endgültig verwirklicht hat, sondern auch der Umstand, dass mein Enkel Elias an diesem Tag seinen Geburtstag begeht. Am vergangenen Samstag war dann nicht zuletzt deswegen Großelterntag. Der Wacker kommt hervorragend ohne mich zurecht. Nach einem schönen Tag mit der Familie benötigt man doch etwas Dunkelgrünes und schwarzes. Den FC Wacker Innsbruck dieses Mal nur im Livestream. Die Wahrnehmung des Gesehenen erfüllte mein Herz mit Freude, und das Gehörte ließ keinerlei Entzugserscheinungen entstehen. Obwohl sich 867 Zuschauer im ansehnlichen Herrenriedstadion in Hohenems befanden, war auf dem Bildschirm kein einziger von ihnen zu erblicken. Die Kamera befand sich auf dem Tribünendach. Auf der gegenüberliegenden Seite hätten sich idyllische Plätze im Schatten von Bäumen befunden. Wäre ich doch … 

Aber nein. Zweifellos gibt es im Leben gewichtigere Dinge als den Fußballsport. Zudem war ich beinahe live in der Kurve mit dabei. Durch eine Drehung des Lautstärkereglers wurde unverzüglich eine Stadionatmosphäre im Wohnzimmer erzeugt. Berichten zufolge soll die Atmosphäre im Herrenriedstadion überaus angenehm gewesen sein. Das Spiel nahm seinen Anfang mit einer schönen Choreografie. Im Ländle demonstrierten die Schwarz-Grünen eine überzeugende Vorstellung und verließen das Spielfeld mit einem deutlichen 4:1-Sieg.

Nachwehen

Nachdem der FC Wacker Innsbruck in der Saison 2017/18 am 33. Spieltag durch einen Sieg gegen die SV Ried den Aufstieg in die österreichische Bundesliga gesichert hatte, resultierte aus der nachfolgenden Begegnung mit dem FC Liefering ein Unentschieden. Woraufhin noch zwei Niederlagen gegen den SC Wiener Neustadt und den FAC gefolgt sind. Besonders die 0:2-Niederlage gegen den per Bahn angereisten Floridsdorfer AC hat die Meisterfeierlichkeiten getrübt. Es könnte die Annahme vertreten werden, dass dies unerheblich sei. Es vermochte jedoch in der darauffolgenden Liga keine wirkliche Euphorie mehr aufkommen. Sowohl die Zuschauerresonanz als auch die Ergebnisse der ersten Begegnungen erwiesen sich als wenig erfreulich.

Im Hinblick auf den FC Wacker Innsbruck liegen die Erwartungen im Umfeld bei weitem über den Realitäten. Was wird die Zukunft bringen? Im Gegensatz zu früheren Zeiten dürfte sich die Mannschaft des FC Wacker Innsbruck nun doch die Gunst ihrer Anhängerschaft mit kontinuierlich guten Leistungen zurückerobert haben. Die Vereinsführung handelte weitsichtig, indem sie vermied, unmittelbar erneut übersteigerte Erwartungen zu wecken. Es steht lediglich fest, dass wir uns sämtlich auf herausragende Gegner und aufregende Spiele in der 2. Liga freuen dürfen.

Das Frühjahrsmärchen

Die Tiroler Presselandschaft war voll von intensiver Berichterstattung. Zahlreiche Plattformen sowie Online-Publikationen bedeutender Tageszeitungen offerierten Interviews, Videomaterial und Bildaufnahmen. Über unseren FC Wacker Innsbruck. Die beachtliche Anzahl von 10.288 Zuschauern sowie die Atmosphäre während des TFV-CUP-Finales im Innsbrucker Tivoli erregten weit über die Landesgrenzen hinaus Aufsehen. Anerkennung und Lob gebühren nicht ausschließlich unseren Cup-Heldinnen und -Helden, sondern dem gesamten FC Wacker Innsbruck sowie dessen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wie bereits erwähnt wurde, konnte die Zuschauermarke von 4000 in der laufenden Saison mehrfach überschritten, beziehungsweise nahezu erreicht werden. Dies stellt immer wieder eine organisatorische Herausforderung für den Verein dar. Dass Wacker-Spiele zu einem Erlebnis werden, ist nicht zuletzt den Genannten zu verdanken. Gestatten Sie mir nunmehr, eine ausdrückliche Belobigung auszusprechen. ÖFB-Cup gegen den SK Rapid, die vielen Ligaspiele und zuletzt die Endspiele des TFV Cups. Allesamt perfekt organisiert. Gänsehautfaktor und emotionale Hochleistungen des wackeren Publikums und eine Mannschaft mit Herz und Spirit sorgen für eine perfekte Saison. 

Zwei Siege und ein Derby

Wacker Innsbruck II behauptete die Tabellenführung der 1. Klasse Mitte durch einen Auswärtssieg beim FC Lechaschau, welcher mit 5:2 ausfiel. Die Cupheldinnen, die zweite Damenmannschaft des FC Wacker Innsbruck, errangen in der Wiesengasse im Stadtderby einen Sieg gegen die Damenmannschaft des SK Wilten und tauschten somit die Platzierungen in der Tabelle der Frauen Tiroler Liga. Die Wackerianerinnen befinden sich nun als Aufsteigerinnen in dieser Liga an dritter Position.

Schon am Mittwoch um 19.30 Uhr findet im Innsbrucker Tivoli das Derby der Herren gegen den FC Kufstein statt. Auf zum vorletzten Heimspiel im Amateurfußball. Nie mehr 3. Liga! Obwohl meine „bärigste“ Spielzeit eine Saison in der Regionalliga West war, wird diese nunmehr von einer erneuten Saison der Regionalliga West abgelöst. Der Fußball treibt mitunter wirklich seltsame Blüten. 

Fotos: Privat

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Autor: Rudolf Tilg

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