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Unstillbarer Erfolgshunger

Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Das brachte dem schwarz-grünen Vollblutpferd innerhalb von vier Tagen sechs Punkte ein. Der FC Wacker Innsbruck hat nun die Möglichkeit, am Samstagabend (18 Uhr) bei seiner Meisterfeier mit dem Spiel gegen die Altach Juniors einen neuen Punkterekord in der Regionalliga West aufzustellen.  

Wie ein Freundschaftsspiel

Mit dem Spiel des FC Wacker Innsbruck gegen den FC Kufstein am Mittwochabend wurde das vorerst letzte Tiroler Derby am Innsbrucker Tivoli ausgetragen. Das Duell des Tabellenführers gegen den Tabellenvorletzten war für die knapp 2100 Zuschauer eine Geduldsprobe. Mouhamed Sy erlöste in der 73. Minute das ungeduldig werdende Publikum am Tivoli. Die Innsbrucker konnten diesmal den Funken nicht so richtig überspringen lassen. Im Derby wurden viele Chancen vergeben und zu wenig Druck ausgeübt, sodass es teilweise wie ein Freundschaftsspiel wirkte. Vielleicht war es das auch irgendwie. Es ging für Wacker nur mehr um Statistiken. Während der gesamten Saison sind die Spiele gegen Wacker für die Gegner das Spiel des Jahres, wenn nicht gar das Spiele des Lebens. Verlieren können dabei lediglich die Innsbrucker. Wenn dieser ständige Druck abnimmt, ist es auch mental nicht mehr so leicht, die Spannung zu bewahren. Außerdem wird im Hinblick auf die zweite Liga schon mal etwas rotiert. 

Foto: Daniel Schönherr

Fußball war Nebensache

Die Alpenarena in St. Johann im Pongau hat etwas von der „Hohen Warte“. Die Wiese hinter der Gegengerade sieht wie eine Naturtribüne aus. Allerdings wurden die Gästefans nicht etwa dort platziert, sondern im wahrsten Sinne des Wortes ins Eck gestellt. Von dort aus sah man zwar nicht wirklich gut, aber man hörte die treuen Fans während des gesamten Spiels im ganzen weiten Areal der Arena. In den vergangenen vier Jahren Unterhausfußball gab es im salzburgerischen Pongau den niedrigsten Zuschauerwert bei einem FCW-Spiel. Aber das Spielergebnis und die 500 Zuschauer waren in St. Johann im Pongau ohnehin reine Nebensache. Mit Sepp Klingler verlor der TSV St. Johann ihren langjährigen Präsidenten. So startete dieses Spiel am Sonntagnachmittag mit ungewohnt leisen Klängen. „Amoi seg‘ ma uns wieder“ 

„Es gibt Menschen, die einen Verein begleiten. Und es gibt Menschen, die zu einem Verein werden. Sepp war so ein Mensch. Mit seinem Tod verlieren wir nicht nur unseren Präsidenten. Wir verlieren einen Menschen, der unseren Verein über Jahrzehnte geprägt, gestaltet und getragen hat wie kaum ein anderer. Sepp war Ideengeber, Organisator, Entwickler, Macher und Wegbereiter. Vor allem aber war er immer da – mit Rat, mit Tat und mit einem offenen Ohr für alle.“ Quelle: Homepage des TSV St. Johann.

Das tivoli12 magazin schließt sich dem an: Ruhe in Frieden, Sepp. 

Der vorletzte Akt

Beinahe hatte es den Anschein, als würden die Freundschaftsspiele im Salzburger Pongau ihre Fortsetzung finden. So beschaulich die Umgebung der Alpenarena war, so beschaulich war das Spiel. Ein Feuerwerk war aber auch nicht zu erwarten. Rund die Hälfte der Zuschauer dürfte im Lager der Gäste gewesen sein. Schwarz-Grün aber waren sie alle. Im schwarz-grünen Derby der Regionalliga West gingen die Schwarz-Grünen aus Innsbruck nach einer Einzelleistung von Alexander Joppich in der 65. Minute schließlich in Führung. Ein Innsbrucker Gastgeschenk wurde zehn Minuten später von den Schwarz-Grünen aus dem Pongau dankend angenommen. Wackers Tormann, Benjamin Ballis, fing einen Rückpass mit dem Fuß zwar sicher ab, wartete aber zu lange mit dem Abspiel. Kosakiewic attackierte und der darauffolgende Pressball landete im Tor des FCW. 

Foto: Privat


Die Kuriositäten waren damit aber noch nicht vorbei. Sehr zur Verwunderung des mitgereisten Anhangs und des heimischen Publikums wäre dem zuletzt so sicheren Rückhalt das selbe Missgeschick beinahe ein zweites Mal passiert. Das wäre dann wohl ein Doppelpack der ganz anderen Art geworden. Mauro Marichal konnte das in letzter Sekunde verhindern. Als alles schon mit einem Unentschieden gerechnet hatte, erschien bei den Daheimgebliebenen am Livestream eine 1:2-Einblendung. Es war die 88. Minute. Ein kleiner Fehler, der gleich korrigiert wurde. Doch er sollte sich als prophetisch erweisen. Nach drei Eckbällen in Folge in der Nachspielzeit, schlug nämlich Edeljoker Okan Yilmaz eiskalt zu. Kollektiver Jubel, egal ob vor Ort im Stadion oder vor dem Bildschirm am Livestream oder Liveticker. Wieder ein Sieg in der Nachspielzeit. Wer glaubt, das wäre Glück, irrt sich gewaltig. DAS ist Mentalität – und das ist gut so! Der Erfolgshunger des aktuellen FCW ist beeindruckend!

Fotos vom Kufstein-Spiel: Daniel Schönherr

 

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Autor: Rudolf Tilg

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