Ein Auftakt, der Lust auf mehr macht
Der Sommer ist für die Schwarz-Grünen weit mehr als die Zeit zwischen zwei Spielzeiten. Er ist die Brücke zwischen Erinnerung und Aufbruch. Traditionell eröffnet die Tivoli Nord Innsbruck das neue Fußballjahr mit ihrem Gedenkturnier – heuer bereits zum 28. Mal. Dort, wo auf dem Kunstrasen der alten Igler Talstation gelacht, gekämpft und vor allem jener gedacht wird, die für immer Teil der schwarz-grünen Familie bleiben. Vergangenen Samstag verlagerte sich das Geschehen an den Innsbrucker Tivoli. Auf dem W1-Platz gastierten die Amateure des FC Bayern München, begleitet von zahlreichen mitgereisten Fans. Die Münchner sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse und durchgehenden Support. Auf dem Rasen jedoch bestimmten spielfreudige Wackerianer das Geschehen und setzten mit einem überzeugenden 4:1-Erfolg ein Ausrufezeichen in der Vorbereitung auf die neue Saison.
Das war das 28. Gedenkturnier
Traditionell gilt bei der Tivoli Nord Innsbruck: Nach der Saison ist vor der Saison. Den Auftakt in den schwarz-grünen Sommer bildete Ende Juni bereits zum 28. Mal das Gedenkturnier – längst weit mehr als nur ein Fußballturnier. Über die bewegenden Hintergründe hat tivoli12-Redakteur Rudl bereits ausführlich berichtet: Mehr als ein Fussballturnier

Auch heuer machte den Beginn der Veranstaltung eine Andacht an der Gedenkstätte westlich des Tivolis. Dort versammelte sich die schwarz-grüne Familie, um jener Menschen zu gedenken, die viel zu früh von uns gegangen sind. Besonders berührend war, wie viele junge Wackerianerinnen und Wackerianer gekommen waren. Die Älteren erzählten Geschichten über jene, die den Verein und die Kurve geprägt haben. Man sah feuchte Augen – und zugleich eine junge Generation, die aufmerksam zuhörte. Genau darin liegt die Seele des FC Wacker Innsbruck: in den Menschen, ihren Geschichten und den Erinnerungen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Am Samstag rückte der Fußball und der Spaß in den Mittelpunkt. 16 Mannschaften sorgten trotz großer Hitze für ein stimmungsvolles Turnier voller Leidenschaft und Fairness. Freunde aus Frankfurt, Bergamo, Obermais und vom Schweizer Meister FC Thun machten einmal mehr deutlich, dass dieses Wochenende weit über Tirol hinaus verbindet. Den Turniersieg sicherte sich verdient das junge Team von Aspirante Unterland. Platzierungen sind aber ohnehin Nebensache. Bei 38 Grad sorgte ein Schwimmbecken und viel schwarz-grüner Schatten für ein wenig Abkühlung.
Das geplante Spiel der Kinder – im Vorjahr für viele der emotionalste Moment des Wochenendes – musste wegen den extremen Temperaturen schweren Herzens abgesagt werden. Die Gesundheit geht vor.
Was bleibt, sind bewegende Erinnerungen, herzliche Begegnungen und das Gefühl, Teil einer außergewöhnlichen Gemeinschaft zu sein. Das 28. Gedenkturnier hat einmal mehr gezeigt: Der FC Wacker Innsbruck lebt nicht nur von Erfolgen auf dem Spielfeld. Er lebt von den Menschen, die ihn tragen – gestern, heute und morgen.
Test gegen die Bayern Amateure
Es war nur ein Testspiel. Und doch fühlte sich dieser Sommernachmittag am Tivoli W1 nach ein bisschen mehr an.
Mit Ballis, Rackl, Kunze, Böck, Köchl, Gallé, Francis, Sy, Weinzierl, Rodriguez und Gstrein startete der FC Wacker Innsbruck in dieses Testspiel. Vom Anpfiff weg war zu erkennen, wofür diese Mannschaft stehen will: Mut, Tempo, direktes Spiel und unbändiger Offensivdrang. Die zweite Mannschaft des FC Bayern suchte spielerische Lösungen – und jene die Räume, die sich dadurch öffneten, nutzte Wacker mit beeindruckender Konsequenz. Nach der verdienten Führung durch Sy erhöhte Rodriguez mit einem sehenswerten Volley auf 2:0 und bestätigte einmal mehr seine starke Entwicklung in den letzten Monaten.

Auch der Anschlusstreffer der Bayern noch vor der Halbzeitpause änderte nichts am Gesamteindruck. Nach der Pause blieb Wacker trotz zahlreicher Wechsel die klar tonangebende Mannschaft. Das Debüt von Robin Littig machte ebenso Lust auf mehr wie das Comeback von Tobias Berger. Nach seiner langen Leidenszeit wieder im schwarz-grünen Trikot auf dem Platz zu stehen, war einer der bewegendsten Momente des Nachmittags. Seine ersten Ballkontakte ließen sofort erkennen, welche Qualität dieser Spieler besitzt.
Den Schlusspunkt setzte erneut Sy – und wie. Nach einem erzwungenen Ballgewinn lupfte er den Ball aus großer Distanz traumhaft über den Tormann zum 4:1-Endstand. Ein Tor, das man sich gerne mehrmals ansieht.
Natürlich sollte dieses Ergebnis nicht überbewertet werden. Viel wichtiger war das Gefühl, das dieser Nachmittag hinterließ: Auf dem Platz wächst eine Mannschaft zusammen, auf den Rängen wächst die Vorfreude. Rund 700 Zuschauer, darunter etwa 70 lautstarke Bayern-Fans, sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse.
Es war nur ein Testspiel. Aber eines, das Lust auf die neue Saison gemacht hat.
Fotos vom Testspiel: Daniel Schönherr