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Pressespiegel - 26.02.2024

Die einzige Taktik: Raus aus der Armut!

Autor: Daniel Lenninger, Medium: Tiroler Tageszeitung

In das Acakoro-Projekt in Kenia fließt viel Tiroler Herzblut. Die Eröffnung einer neuen Fußballakademie soll noch mehr Kindern die Zukunft retten. Herzergreifende Geschichten reichen bis zu einer Müllkippe zurück.

Nairobi – Bis zu acht Personen wohnen in zehn Quadratmeter großen Wellblechhütten. „Und viele Kinder wissen in der Früh nicht, ob sie zu Mittag etwas zum Essen haben“, lief es auch Lukas Mott anfangs kalt über den Rücken. Hier in Nairobi, der Hauptstadt von Kenia, ist das menschliche Leid allgegenwärtig. Und der Tiroler arbeitet jeden Tag daran, Schicksale zu verändern. Aufgewachsen im Außerfern, lernte Mott den Fußball als die schönste Nebensache der Welt kennen. In seiner Wahlheimat – seit drei Jahren – hat sich der Blickwinkel des Head of Sports massiv verändert. Die einzige Taktik lautet: Raus aus der Armut. „Der Fußball ist unser Tool zu einem normalen Leben“, erklärt Mott. 

Das vor allem von Spenden finanzierte Acakoro-Projekt wurde 2013 vom Oberöstereicher Helmut Köglberger ins Leben gerufen und nach dessen Ableben von Sohn Stefan weitergeführt. 150 sozial stark benachteiligte Mädchen und Burschen – gerettet aus dem berüchtigten Korogocho-Slum – wird der Besuch von Partnerschulen ermöglicht. Die Bildung steht im Vordergrund und viele Geschichten gingen Mott unter die Haut. Eine davon: „Zwei elfjährige Zwillingsmädchen haben auf der Müllkippe gearbeitet, bevor wir sie zu uns geholt haben. Heute arbeiten sie als Mechanikerinnen und können ihre Familie versorgen.“ Von den Rahmenbedingungen – tägliches Fußballtraining, ein warmes Abendessen und ein sicherer Heimtransport – machte sich zuletzt auch Österreichs Minister für Wirtschaft und Arbeit, Martin Kocher, ein Bild. 

Ein weiterer Besuch würde sich Mitte 2024 lohnen: Dann soll im Westen des Landes – sieben Autostunden von Nairobi entfernt – eine Fußballakademie mit Schulausbildung eröffnet werden. „Das ist ein Gamechanger“, strahlt Mott über den Meilenstein. Die Kinder könnten dort schlafen und von einer vollumfänglichen Betreuung profitieren. „Es herrscht ein unvorstellbares Elend, es gibt teilweise kein fließendes Wasser – und dennoch sind die Kinder fröhlich“, staunte zuletzt vor Ort etwa auch Christian Kranebitter. 

Der Obmann von Fußball-Regionalligist Silz/Mötz zählt mittlerweile auch zu den Förderern des Projekts. Ein Absolvent hat es zum Fußball-Nationalspieler gebracht. Andere spielen in der kenianischen ersten oder zweiten Liga. Oder sogar in Tirol, wie Sylvia Makungu, die bei den Wacker-Damen sesshaft wurde. 

Fußballprofi könne nicht jeder werden, gibt man sich keinen Illusionen hin. „Auch nicht Arzt oder Astronaut“, hält Mott fest. Es geht um andere Parameter: Gesundheit, Werte, Existenz. Tore, Tricks und Steilpässe sind nur die Mittel zum anvisierten Zweck, der Armut zu entfliehen. Je schneller, desto besser – und mit Tiroler Unterstützung.

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