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Pressespiegel - 23.07.2024

Die perfekte Auszeit von der EM

Autor: Daniel Lenninger, Medium: Tiroler Tageszeitung

Das Tivoli-Stadion avancierte gestern beim 48. TT-Nachwuchsturnier zum Nabel der Tiroler Fußballwelt. Der FC Wacker verteidigte den Titel, Sieger gab es aber viele.

Innsbruck – Sogar die verletzte Wacker-Kickerin Paula Kirchmair schleppte sich mit Krücken auf den Rasen, um diesen Gänsehaut-Moment mitzunehmen: Beim Einlaufen zum Finale des 48. TT-Fußball-Nachwuchsturniers dröhnte aus den Boxen des Tivoli-Stadions die Champions-League-Hymne. Die Spieler der beiden U11-Mannschaften des FC Wacker und des FC Kitzbühel fühlten sich wie Stars. Und nachdem den Hausherren durch den 4:0-Erfolg die Titelverteidigung gelungen war, stiegen die Emotionen endgültig in die Achterbahn. Matchwinner Emil Wagner und Co. tanzten euphorisch um den Pokal und am Seitenrand lächelte Wacker-Präsident Hannes Rauch stolz. 

„Ihr habt verdient gewonnen“, gratulierte Kitzbühel-Coach und Ex-Wacker-Profi Manuel Schmid seinem Gegenüber Mario Denzel. Wie Verlierer wirkten die Gamsstädter aber wahrlich nicht. Oder fragen Sie einmal Trainersohn Kilian Schmid, der sich zum Torschützenkönig schoss und mit dem gewonnenen Österreich-Trikot von Christoph Baumgartner aus der Kabine marschierte. Lieber wäre dem Knipser nur das Leiberl von Idol Konrad Laimer gewesen: „Der läuft so viel – das taugt mir.“ 

Das rot-weiß-rote Marcel-Sabitzer-Trikot staubte indes der Reichenauer Chinonso Uzochukwu ab, der nach Rang drei mit seinem Team zum besten Torhüter gewählt wurde. Der Stolz auf das heimische Fußball-Nationalteam war selten größer als in diesen Tagen. 

Apropos Europameisterschaft. „Ihr habt so toll gespielt, das hat ausgesehen wie eine Mini-EM“, staunte bei der Preisverleihung auch Christian Putschner, Vizepräsident des Tiroler Fußballverbandes. Nicht minder beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Hannes Anzengruber, der alle Hände voll zu tun hatte: Alle Finalisten staubten Preise ab. 

Die Fußballfamilie versammelte sich zu einem Wochenende, das ab heute in der Schule großes Gesprächsthema sein wird. 49 Teams hatten am Samstag um ein Ticket für den Finaltag gekämpft. Für 16 Mannschaften erfüllte sich gestern der Traum, einmal im Tivoli-Stadion auflaufen zu dürfen. Und auch der Wettergott ließ sich überreden, auf Niederschläge zu verzichten. Stattdessen hagelte es leidenschaftliche Zweikämpfe, Traumtore und Tricks. Man mag sich daran gewöhnen, wenn sich die Welt der Nachwuchskicker auf ein rundes Leder reduziert.

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