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Pressespiegel - 29.08.2025

Vom tragischen zum echten Helden

Autor: Daniel Lenninger, Medium: Tiroler Tageszeitung

Mit seinem Doppelpack beim 3:0-Derbysieg gegen die Reichenau ließ Okan Yilmaz den FC Wacker in der Westliga tief durchatmen. Für den 27-Jährigen endete eine Episode unglücklicher Fußball-Momente.

Innsbruck – Erst der frühe und selbst verschuldete Ausschluss beim verlorenen Tiroler Cup-Finale gegen die Reichenau. Dann der wohl zu Unrecht aberkannte Ausgleichstreffer im ausverkauftem Tivoli-Stadion beim verhinderten ÖFB-Cup-Märchen gegen Rapid Wien. In die Liebe zum Spiel mischte sich bei Wacker-Stürmer Okan Yilmaz zuletzt eine ordentliche Portion Frust. 

„Solche Erfahrungen gehören aber zum Fußball. Man lernt daraus. Und das Schöne ist doch: Der Ball rollt nach solchen Tagen gleich wieder weiter“, lächelt Yilmaz und hat nach seiner Sternstunde im Westliga-Stadtderby auch allen Grund dazu. Der 27-Jährige brachte den FC Wacker am Samstag mit seinem Doppelpack beim 3:0-Sieg in der Reichenau wieder auf Kurs. Und verwandelte sich vom tragischen zum echten Helden – bei brütender Hitze lief auch Yilmaz heiß. 

„Wir haben die Zweikämpfe wieder angenommen und unsere Chancen verwertet“, weiß der Angreifer nach der ernüchternden Auftaktpleite gegen Seekirchen (0:2) und möchte den vor dem Spiel aufkeimenden Druck nicht überbewerten: „Bei einem Verein wie dem FC Wacker hat man immer Druck.“ 

Und als Stürmer mutmaßlich noch einmal mehr. Schließlich scharren auf der Bank mit Bright Owusu und Albin Krasniqi zwei weitere hochkarätige Angreifer mit den Hufen. Yilmaz aber nutzte die Chance. „Wir sind komplett unterschiedliche Typen und werden jeden davon brauchen“, soll sich der Konkurrenzkampf im Titelrennen als Segen entpuppen. „Am wichtigsten ist, dass wir aufsteigen“, stellt sich Yilmaz in den Dienst der Mannschaft, dürfte nach seinen Treffern aber wohl auch am Freitag im Heimspiel gegen Dornbirn die Nase vorne haben. 

Wackers nächstes Ziel, die 2. Liga, wäre für den Tiroler kein Neuland. Für Horn, Amstetten und Steyr schoss Yilmaz in 101 Spielen 17 Tore. Vor zwei Jahren in die fünfte Liga zu wechseln, habe er nie bereut: „Seit ich 12 Jahre alt bin, lebe ich für den Verein. Umso stolzer macht es mich, wenn ich dem Club auch helfen kann.“ 

Um den Fokus noch mehr auf Fußball legen zu können, reduzierte der Büroangestellte zuletzt seine Vollzeitstelle auf 25 Wochenstunden. Der Traum vom Aufstieg: Im ÖFB-Cup zerstörte ihn ein strittiger Pfiff, in der Westliga soll er verwirklicht werden. Dank dem Matchwinner fanden die Schwarzgrünen zurück in die Spur.

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