
Autor: Tobias Waidhofer, Medium: Tiroler Tageszeitung

Silz, Innsbruck - Das Kerschdorfer-Cup-Spiel zwischen der SPG Silz/Mötz und dem FC Wacker wurde abgesagt. Der Weg dorthin wirft Fragen auf.
„Sie liebt mich, sie liebt mich nicht.“ Das bekannte Liebesorakel, das wahlweise mit dem Zupfen eines Gänseblümchens oder einer Margerite durchgeführt wird, kennt (fast) jeder. Was das mit dem Tiroler Unterhaus zu tun hat? Beim eigentlich für heute angesetzten Kerschdorfer-Tirol-Cup-Schlager zwischen der SPG Silz/Mötz auf der einen und dem FC Wacker Innsbruck auf der anderen Seite ging das Spiel ähnlich. Es wird in Mötz gespielt! Nein, es wird doch in Hall gespielt! Nun wird am Ende gar nicht gespielt.
Die Vorgeschichte
Im Innstadion von Mötz und auch am Silzer Platz ist der Rasen laut Silz/Mötz-Obmann Peter Mader „nicht bespielbar und auch von der Gemeinde nicht freigegeben“. Als Ausweg diente die Haller Lend, die als Spielort auch von beiden Vereinen am Sonntag offiziell bestätigt wurde. Doch auch dort wird das Spiel nicht stattfinden, weil Bürgermeister Christian Margreiter dem Vorhaben einen Riegel vorschob. „Ich bin erst heute damit konfrontiert worden, ich bin für die Sicherheit verantwortlich und muss dem Gesetz Genüge tun, deshalb war eine Durchführung nicht möglich“, ließ dieser gestern Nachmittag wissen. Denn Veranstaltungen dieser Größenordnung müssten mindestens vier Wochen zuvor angemeldet werden.
Die Causa beschäftigte natürlich auch den Verband, wo Präsident Josef Geisler gestern erklärte: „Es gab keinen Schriftverkehr, aber seitens des Vereins (Silz/Mötz, Anm.) eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Info, dass die Gemeinde die Anlage nicht freigibt.“ Blickt man in die Durchführungsbestimmungen, sei entweder eine Kommissionierung des Platzes am Spieltag (mit einer möglichen Strafverifizierung, wenn der Platz für spielfähig erklärt werden würde), ein neutraler Spielort (wie eben Hall) oder ein Platztausch möglich.
Warum wird also nicht im Tivoli gespielt? „Weil auch wir uns an das Veranstaltungsgesetz halten müssen und eine gewisse Vorlaufzeit brauchen“, erklärte Wacker-Präsident Hannes Rauch, der weiter auf eine „sportliche Lösung“ hofft. Das Problem? Der Spielkalender lässt kaum noch Lücken. Schon am Freitag wartet das Stadtderby gegen die Reichenau, das von der Behörde nach den Ausschreitungen in Altach im Herbst als Hochsicherheitsspiel eingeordnet wurde. Unter der Woche steht dann das Auswärtsspiel in Dornbirn an. Schon am Mittwoch wird im Leipziger Hof das Achtelfinale ausgelost. Dieses ist für gewöhnlich rund um die Osterzeit geplant. Dem Vernehmen nach wollte Silz/Mötz gestern Abend (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) bei der Sitzung des Cup-Komitees eine Verschiebung auf 31. März beantragen. Es ist kompliziert – so wie die Liebe!