Im Duell der Tiroler Westligisten hat der Tabellenletzte aus der Festungsstadt heute den überlegenen Tabellenführer aus der Landeshauptstadt zu Gast. Satte 43 Punkte liegen in derselben Liga zwischen den beiden Teams. Und deswegen unterstreicht Kufstein-Trainer Ronny Gercaliu: „Wir haben nichts zu verlieren. Der ganze Druck liegt auf ihrer Seite.“
Das Trainerduell zwischen Gercaliu und FCW-Coach Sebastian Siller würde mit einem Blick auf die beiden Karrieren an den FC Kufstein gehen. Gercaliu lief 14 Mal im ÖFB-Team (einmal dabei bei der Heim-EURO 2008) auf, gewann den Cup mit der Austria (2007) oder Meistertitel mit Salzburg (2009). Nach vielen Jahren der Wanderschaft ist der Ronny in einer aktuell sportlich wie wirtschaftlich (eher) brenzligen Situation in Kufstein standhaft geblieben: „Mich interessiert nur unsere Mannschaft. Und ich bin nicht der Typ, der als Außenseiter gegen den FC Wacker einen Autobus vor dem eigenen Tor parken will. Wir wollen Fußball spielen und uns auch mit eigenem Ballbesitz weiterentwickeln. Und wenn wir zu Chancen kommen, dann müssen wir sie auch nützen.“
Ob er mit 40 Lenzen bei so einem Match wie dem heutigen selbst noch einmal gerne mitwirken würde? „Von der Stimmung würd’s mich jucken, aber – und das habe ich auch in den Trainings gesehen – mitspielen muss ich nicht mehr.“
Sebastian Siller hat über 100 Spiele für den FC Wacker absolviert, davon 28 in Liga eins. Der 36-jährige Verteidiger beendete vor fast exakt drei Jahren (15. April 2023) überraschend beim SV Fügen seine Laufbahn, um auf der Trainerbank seines Herzensvereins aufzuschlagen. Von der Tiroler Liga ging es in die Westliga und jetzt geht es bald in die zweite Liga hoch.
„Wir (Kollege Fabian Lantschner) haben in den letzten Jahren viele Entscheidungen treffen müssen und man kann immer sagen, dass was besser gegangen wäre. Aber jetzt haben wir im Cup und in der Westliga noch ein paar Schritte zu gehen“, lässt sich Siller, auch mit einem Schuss Humor („Ich bin grau geworden“), zu keiner Lobhudelei hinreißen. Nach spielfreiem Liga-Wochenende gilt der volle Fokus dem Cupaufstieg, schließlich steigt das Finale im Tivoli: „Wir haben im Heimspiel gegen Kitzbühel gesehen, dass kein einziges Match ein Selbstläufer ist. Ich denke, das war ein Weckruf für uns. Kufstein hat sich unter Ronny, der ein überragender Fußballer war, weiterentwickelt.“
Drei Spiele am Mittwoch Das TFV-Cup-Achtelfinale wird dann am Mittwoch mit den letzten drei Partien abgeschlossen. Im Stadtderby empfängt Landesligist Innsbruck West Regionalligist SVG Reichenau, im Unterland hat
tt.com-Club Ebbs Westligist Schwaz (jeweils 19 Uhr) zu Gast. Der IAC (
tt.com) hat die weiteste Reise und muss sich um 20 Uhr im Außerfern bei Landesligist SV Reutte beweisen.