Skip to main content

Pressespiegel - 23.04.2026

„Wacker wird sich umstellen müssen“

Autor: Alex Gruber, Medium: Tiroler Tageszeitung

Tirols Ex-Internationaler Roli Kirchler sah der WSG Tirol beim 0:0 in Altach auf die Beine. Der Sportdirektor von Austria Salzburg blickt auch auf die brisanten Zweitliga-Duelle gegen den FC Wacker Innsbruck voraus.
 
Roli Kirchler kam im Altacher Schnabelholz aus dem fröhlichen Händeschütteln nicht mehr heraus. Schließlich hatte er dort im Bundesliga-Karriereherbst als Spieler (2006–08) und dann als Sportdirektor (2023–2025) gearbeitet. Seinen Stammverein, die WSG Wattens, hatte er 2012 zum Westliga-Meistertitel geführt, den FC Wacker 2013 beim „Wunder von Wolfsberg“ in der Bundesliga gehalten, mit dem FC Tirol drei Titel in Serie (2000–02) gewonnen. Der 28-fache ÖFB-Teamspieler und 55-jährige Sportchef von Austria Salzburg bleibt sich und seiner „geraden“ Linie treu. 

Sie haben sowohl bei der WSG als auch in Altach gespielt und gearbeitet. Es steht wohl außer Frage, dass Sie beiden Teams den Klassenerhalt wünschen? 

Kirchler: Ganz klar, ich glaube, Altach hat mittlerweile andere Ziele, vielleicht sogar Platz sieben für das internationale Liga-Play-off. Wie eng die Liga ist, sieht man daran, dass die WSG vor ein paar Wochen ganz knapp am Meister-Play-off vorbeischrammte und jetzt gegen den Abstieg spielt. Das untere Play-off mit der Punkteteilung ist sinnlos, Gott sei Dank gibt es das in der nächsten Saison nicht mehr. Ich wünsche beiden West-Vereinen – der Westen darf nicht aus der Liga raussterben –, dass sie drinnenbleiben. Natürlich ganz besonders meinem Stammverein, der WSG, wo Manager Stefan Köck mit seinem Team seit Jahren hervorragende Arbeit leistet. 

Wenn man die Infrastruktur in Altach sieht, muss man sich in Wattens ein neues Stadion wünschen. 

Kirchler: Ganz genau. Es wird schon so lange daran gefeilt und dann würde es den Verein auf einmal nicht mehr in der Bundesliga geben – das wäre irrsinnig schade. Ich wünsche der WSG alles Gute und glaube, dass sie es schaffen werden. 

Sie arbeiten seit vergangenem Sommer als Sportdirektor bei Zweitligist Austria Salzburg. Was braucht man in der zweiten Liga und was wartet da auf den FC Wacker Innsbruck? 

Kirchler: In Salzburg hat zunächst jeder geglaubt, mit der Regionalliga-Aufstiegsmannschaft verlängern wir und es geht so munter dahin. Es haben alle die Augen aufgemacht, als ich gesagt habe: Wir müssen mindestens acht bis neun neue Spieler holen. Da war ich am Anfang der Buhmann bei einigen Spielern, die noch Verträge hatten. Ich hab’ das dann aber beinhart durchgezogen, weil ich eben die Bundesliga und 2. Liga kenne. Wir haben mit unserem bescheidenen Budget ein paar Qualitätsspieler dazubekommen und eine Mannschaft gefunden, die sich in der 2. Liga zurechtfindet. 

Das heißt für den FCW? 

Kirchler: In der 2. Liga geht es nicht nur ums Fußballspielen, sondern auch ums „Fußballkämpfen“. Langer Ball, zweiter Ball, sehr körperlich, viele Duelle. Trotzdem eine Top-Plattform für junge Spieler. Auch der FC Wacker wird sich vom „schönen“ Spiel im Tivoli gegen eine Regionalliga-Mannschaft auf großem Platz auf diese Fights umstellen müssen. 

Die Duelle FC Wacker gegen Austria Salzburg standen immer für pure Emotion, leider waren auch Fan-Ausschreitungen dabei. Wie groß ist Ihre Vorfreude bzw. Sorge? 

Kirchler: Die Brisanz ist bekannt. Ich hoffe, dass alles im Rahmen bleibt. Die Polizei in Salzburg und Tirol wird sich auf die Spiele nicht freuen, weil eben zwei extreme Fan-Pole aufeinandertreffen, die schon immer verfeindet waren. Ich bin dafür verantwortlich, im Fußball Akzente zu setzen. Aber wie gesagt: Die Fairness steht an oberster Stelle. 

Vielleicht bekommen Sie von der Nordtribüne wieder ein „nettes“ Plakat? 

Kirchler (schmunzelt): Das wäre nicht das erste in meiner Karriere. Schon kurios, wenn man hört oder liest, dass man sich aus Tirol verabschieden soll, obwohl ich dort die größten Erfolge in meiner Karriere gefeiert habe. Ich erwarte alles von bis … Der Prophet im eigenen Land zählt in Österreich wenig. Aber ich kann damit umgehen. Das ist nicht nur wegen der Falten der Vorteil vom Alter. Über ein nettes Plakat würde ich mich natürlich freuen. 

Der FC Wacker soll Interesse an „Ihrem“ Spieler Denizcan Cosgun haben? 

Kirchler: Er war ja schon in Innsbruck, spielt eine richtig gute Saison und ich habe davon gehört. Ich muss mich erst mit ihm austauschen, aber es liegt natürlich auf der Hand, dass die besten Spieler der 2. Liga auch vom FC Wacker kontaktiert werden können. 

Im Kader von Austria Salzburg stehen mit Christian Gebauer, Florian Rieder und Benedikt Huber auch drei Tiroler. Wird man die auch nächste Saison im violetten Dress sehen? 

Kirchler: Wir schwimmen nicht im Geld und müssen aus kostentechnischen Gründen den Kader durchleuchten. Mit Gebi sind wir in Gesprächen, Flo hat noch einen Vertrag und bei Benni, den ich seit Akademie-Zeiten kenne und schätze, müssen wir schauen. Ich würde ihn gerne mitnehmen.

Skip to content