Pressespiegel - 22.05.2026
„Das schaffen in Europa wenige“
Autor: Daniel Lenninger, Medium: Tiroler Tageszeitung

Mit Punkt im Westliga-Schlager gegen Kuchl könnte Aufsteiger FC Wacker heute (19.30 Uhr) im Tivoli-Stadion auch den Titel vorzeitig fixieren. Präsident Hannes Rauch über den Durchmarsch in die 2. Liga und die Zusammenarbeit mit LAFC.
Vier Jahre, drei Aufstiege. Herr Rauch, haben Sie sich das so vorgestellt?
Hannes Rauch: Anfangs war es sehr schwer, ein bisschen Harakiri. Mit dem Einstieg von LAFC (Los Angeles FC, strategischer Partner) war die wirtschaftliche Stabilität gegeben.
Nach Platz sieben im ersten Jahr stürmte man zum Aufstiegs-Hattrick – die 2. Liga gilt als Zwischenstation.
Rauch: Das haben wir uns gewünscht, aber damit rechnen kann man nicht. Ich bin stolz auf den Verein, es steckt viel Arbeit dahinter. Und es gibt wenige in Europa, die einen Durchmarsch in so kurzer Zeit schaffen – selbst in Amateurligen. Selbstverständlich ist das nicht, es war eine tolle Leistung.
Ab und zu hört man von Außenstehenden: „Und was ist, wenn die Amerikaner wieder weg sind?“
Rauch: Ohne LAFC wäre der Erfolg nicht möglich gewesen. Am Anfang haben sie uns gerettet. Es kann jeder Verein selbst entscheiden, ob er einen Investor haben will. 98 Prozent haben sich bei der Generalversammlung für einen Partner entschieden. Ich glaube, dass es der richtige Weg ist.
Für wie lange ist die Partnerschaft ausgelegt?
Rauch: Es gibt Verträge. Ich bitte aber um Verständnis, dass es da Verschwiegenheitspflichten gibt. Die ersten Jahre sind hervorragend gelaufen. LAFC und wir haben dieselben Pläne: Wir wollen uns mittel- und langfristig im Spitzenfußball positionieren. Unser Partner hat gesagt: „We are here to stay.“ (Wir sind hier, um zu bleiben).
Geben Sie uns Einblick in die Zusammenarbeit.
Rauch: Es ist die Philosophie, uns vor Ort sehr eigenständig arbeiten zu lassen. Und weil Harald Gärtner (Geschäftsführer Europa) und Lukas Grether (Geschäftsführer international) sehr oft hier sind, gibt es kurze Entscheidungswege. Die Entscheidungen fällen wir dann gemeinsam, es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe.
Der FC Wacker plant mit Trainer Sebastian Siller, einem Sechs-Millionen-Euro-Budget und fünf bis sieben Neuen. Was ist drin?
Rauch: Jetzt den Aufstieg anzukündigen, wäre vermessen. Wir wollen eine gute Rolle spielen. In die Top fünf oder sechs wollen wir uns hineinspielen. Unser neuer Weg ist: Alles kann, aber nichts muss.
Sie möchten Spieler halten, die – zumindest in Teilzeit – einem Job nachgehen.
Rauch: Natürlich bewegt es sich in Richtung Profitum – das war auch immer das Ziel. Aber es geht auch darum, mit dem einen oder anderen verdienten Spieler eine individuelle Lösung zu finden.
Durch das internationale Netzwerk fischen Sie in einem großen Teich. Welche Chance haben da Tiroler?
Rauch: Wir sind ein Innsbrucker Verein, natürlich schauen wir also zuerst in der Umgebung. Man sieht auch, wie sich die Akademie-Abgänger Christopher Weinzierl oder Max Köchl entwickelt haben. Es ist wichtig, dass ein Tiroler Stamm da ist. Wenn man nicht fündig wird, erweitert man die Kreise. Am Ende zählt die sportliche Leistung – mit Kirchturmdenken alleine wirst du nicht erfolgreich sein.