Umschlungen standen die Männer des FC Wacker (3:1 gegen WSG Juniors) und die „Zweier“ der Frauen (4:0 gegen Telfs) vor der Nordtribüne. Sie sprangen, sangen und genossen die schwarz-grüne Euphorie in vollen Zügen. In der Stunde des Erfolgs rückte man eng zusammen und machte die Nacht gemeinsam in den VIP-Räumlichkeiten zum Tag. Und natürlich trank man auch aus einem der Siegerpokale.
Was sich da am Montag vor 10.288 Fans abspielte, wird lange in Erinnerung bleiben. Dem FC Wacker, weil die Erfolgsstory mit dem doppelten Cup-Titel im heimischen Tivoli-Stadion einem kitschigen Märchen gleichkam – dieses Double hatte vorher noch kein Verein geschafft. Und die Fußballszene jubelte, weil man sich eine fünfstellige Zuschauerzahl bei einem Amateurspiel nie erträumt hätte.
Im Unterhaus wird diese Kulisse schwer zu überbieten sein – das weiß Wacker-Präsident Hannes Rauch: „Ich habe viele Anrufe bekommen von Leuten, die vom Finaltag geschwärmt haben. Wir müssen diesen Tag im Kalender dick anstreichen.“ Organisatorisch sei es „eine runde Sache“ gewesen, so Rauch, der sich beim Tiroler Fußballverband für die reibungslose Abwicklung bedankte. Trainer Sebastian Siller – seine vom Verein angekündigte Vertragsverlängerung ist offiziell noch ausständig – bedeutet der erste Tiroler Cup-Titel des FC Wacker viel: „Ich glaube, dass es die Jungs nicht so realisieren. Aber wenn du die Chance hast, bei einem Verein mit so viel Tradition Geschichte zu schreiben, solltest du das tun. Und wir haben es getan.“
Debatte um Elfmeter Diskutiert wurde der Elfmeter vor der Wacker-Führung und nach einem Handspiel von Simon Wieser. Im Videostudium war nicht klar ersichtlich, ob der Ball vorher von Mitspieler Georgi Bedianashvili oder Wackers Adrian Lechl gespielt wurde. Was es Schiri Daniel Pfister erschwerte, die Entscheidung ohne Videoschiri zu treffen.
Sollte es der Mitspieler gewesen sein, berief man sich bei der WSG sofort auf das Champions-League-Halbfinale zwischen Bayern und Paris, wo ein Elfer nach ähnlicher Szene regelkonform ausblieb. Schiri-Obmann Gregor Danler verteidigte Pfisters Entscheidung, „Der Arm bewegt sich klar vom Körper weg. Der Vergleich mit dem Bayern-Spiel ist nicht passend, weil das Video nicht final auflöst, von wem der Ball an den Arm geschossen wird und jedenfalls kein gezielter, unbedrängter Klärungsversuch wie beim Bayern-Spiel vorliegt.“
Bei der WSG machte man kein großes Fass auf, war sich aber einig, dass man bei einigen 50/50-Entscheidungen den Kürzeren zog . „Jetzt hoffen wir auf den Titel in der
tt.com Regionalliga“, meinte Teammanager Stefan Hörtnagl: „Zweiter sind wir oft genug worden.“