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Pressespiegel - 29.05.2026

„Das hat mich verändert“

Autor: Claus Meinert, Medium: Kronen Zeitung

INTERVIEW Hannes Rauch, Präsident des FC Wacker Innsbruck, spricht über die Finanzen, die deklarierten Ziele in der zweiten Liga, neue Spieler – und er verrät, was er gelernt hat.

Im Vorjahr haben wir beim Generali Open noch über den Aufstieg gesprochen, ein Jahr später ist dieses Ziel erreicht – verrückt, oder? 

Ich hätte mir damals nie gedacht, dass ich nun hier sitze und vier Runden vor Schluss das Ziel erreicht ist. Jetzt ist ein gewisses Maß an Zufriedenheit eingekehrt. 

Nach dem Aufstieg ist vor der nächsten Saison – es geht in der zweiten Bundesliga weiter. Kann der FC Wacker mit den Klubs mithalten? 

Alles kann, nichts muss – wir wollen eine gute Rolle spielen, das heißt: Das Ziel ist, uns unter die ersten fünf Mannschaften hineinzuspielen. Einen Durchmarsch auf diesem Niveau kann man nicht planen. Es ist nun auch deutlich schwieriger, Spieler zu bekommen, weil zu viele Hechte im Karpfenteich schwimmen. Und es sind finanzstarke Vereine, die sich mit uns matchen. 

Das ist der FC Wacker Innsbruck dank der strategischen Partnerschaft mit dem Los Angeles Football Club (LAFC) allerdings auch. Wo führt der Weg noch hin? 

Diese Partnerschaft sind wir vor drei Jahren eingegangen – in Abstimmung mit den Mitgliedern. Ich bin sehr froh darüber, denn ohne den LAFC wäre der FC Wacker heute nicht da, wo er steht. Ich bin überzeugt, dass diese Partnerschaft auf Augenhöhe auch in der Zukunft funktionieren wird. 

Die Fans des FC Wacker mussten in den vergangenen Jahren viele Durststrecken mitmachen – Schulden, Skandale, Co. Wie können Sie als Präsident garantieren, dass es zu keinem Déjà-vu kommt? 

Entscheidend ist, dass man sich gegenseitig gut beschnuppert, bevor man eine Partnerschaft abschließt. Das haben wir rund vier Monate lang getan. Die Verträge waren dann nicht mehr kompliziert. Wichtig ist, dass unser Verein mittel- und langfristig gut abgesichert ist. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht, aber ich bin zuversichtlich. 

Auch der Schweizer Verein Grasshopper Club Zürich gehört zum LAFC-Netzwerk. Viel Geld wurde investiert, sportlich lief es aber holprig. 

Im Vergleich mit den anderen Vereinen befindet sich der Grashopper Club Zürich budgettechnisch im unteren Drittel. Man macht dort eigentlich gute Arbeit, aber das Ergebnis hat nicht gepasst, man hat nur knapp den Klassenerhalt geschafft. Ich hoffe sehr, dass es dort aufwärts geht, denn das ist für das gesamte Fußballnetzwerk sehr wichtig. 

Wer hat beim FC Wacker Innsbruck das Sagen? 

Mit LAFC ist es so vereinbart, dass die Entscheidungen direkt vor Ort getroffen werden – und wichtige Entscheidungen treffen wir gemeinsam. 

Haben Sie persönlich die vergangenen Jahre verändert? 

Vor drei Jahren war der Verein ein Scherbenhaufen, Druck war zu dieser Zeit absolut keiner gegeben. Dann hat mich der Ehrgeiz richtig gepackt. Es gab auch Nächte, in denen ich kaum schlafen konnte. Persönlich hat mich das alles durchaus irgendwie verändert – denn es gibt natürlich mittlerweile immer wieder Druck im Kessel. Gelernt habe ich, bei jenen Dingen, die ich nicht beeinflussen kann, Ruhe zu bewahren.

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