Aufstieg, Meister, Cupsieger – alles liegt erst wenige Tage zurück. Haben Sie all diese Erfolge mittlerweile realisiert?
Ja. Sie haben sich in gewisser Weise abgezeichnet, wir konnten uns somit darauf vorbereiten. Nichtsdestotrotz haben die vergangenen zwei freien Tage gut getan, um alles sacken zu lassen und zu verarbeiten.
Was sind Ihre ersten Erinnerungen an den FC Wacker?
Prägend war das Finale gegen Austria Wien im alten Tivoli Stadion. Ich habe damals mit meinem Papa ein Netz-Stück vom Südtor abgeschnitten. Danach war ich Trommler bei den jungen verrückten Köpfen und hatte dann das Privileg, als Spieler dem Verein zu helfen. Und nun den Weg des FC Wacker Innsbruck zurück begleiten zu können, ist alles natürlich sehr besonders.
Was macht für Sie die Faszination Wacker aus?
Die Tradition mit einer erfolgreichen Geschichte und unglaublich vielen Persönlichkeiten, die hier gespielt haben. Und es ist der Verein an sich, die Stadt, das Bundesland – wir sind reich beschenkt und dürfen stolz darauf sein. So ist es auch beim Verein. Das dürfen wir auch nach außen tragen.
Seit April 2023 sind Sie Trainer bei Wacker. Ist Ihnen bewusst, dass Sie etwa mit Ernst Happel einer der am längsten im Amt befindlichen Wacker-Trainer sind?
Puh, das ist jetzt hochgegriffen. Ernst Happel und Co. sind schon eine andere Hausnummer als ich, aber es freut mich, so lange im Amt sein zu dürfen. Das ist in diesem Geschäft nicht üblich.
Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Es ist dem gesamten Verein samt dem Partner Los Angeles Football Club (LAFC) gelungen, eine gewisse Kontinuität hereinzubringen, die uns konstant nach oben getragen hat. Ich denke, das mit meinem Trainerteam ordentlich begleitet zu haben. Wir streben nach mehr und bleiben hungrig.
Nun die Frage aller Fragen: Bleibt Sebastian Siller auch in der zweiten Liga Trainer des FC Wacker Innsbruck?
Ja, das bleibt er. Wir haben uns auf einen Zweijahresvertrag geeinigt, ich habe ihn frisch unterzeichnet – die Tinte ist trocken. Ich freue mich sehr darüber.
Und wie wird Ihr Trainerteam künftig aussehen?
Patrick Hasenhüttl wird uns verstärken, das ist ein offenes Geheimnis. Die eine oder andere Veränderung wird sich vielleicht noch ergeben, aber dazu wird der Verein Stellung beziehen, wenn es tatsächlich so ist.
Das Gesicht der Mannschaft wird sich vermutlich ebenfalls verändert?
Die Planungen laufen im Hintergrund. Im Detail stoße ich erst ab jetzt hinzu.
Das ist Ihr erster Trainerjob überhaupt. Haben Sie überhaupt jemals eine Laufbahn als Trainer angestrebt?
Nein, das war lange nicht mein Bestreben (lacht).
Wie wirken sich die Höhen und Tiefen der vergangenen rund drei Jahre auf den Menschen Sebastian Siller aus?
Wenn ich vorher gewusst hätte, was das Trainerdasein bedeutet, hätte ich meine Spielerkarriere wohl erst mit 55 Jahren beendet (lacht). Es ist fordernd, aber es erfüllt mich, ich bin glücklich. Meinen Ausgleich finde ich Zuhause im Alpbachtal in den Bergen und der Natur. Diese Zeit nehme ich mir, aber der Kopf läuft in Sachen Verein dennoch immer weiter. Ganz abzuschalten, funktioniert nicht. Das ist anstrengend und wird wohl am meisten unterschätzt.
Wo soll Ihre Reise zukünftig noch hingehen?
Ich habe den Traum, den FC Wacker nochmals eine Klasse weiter nach oben zu führen. Privat wünsche ich mir, dass es meiner Familie weiter gut geht.